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Asklepios-Harzkliniken mit dem Rücken zur Wand

10. November 2017 von
Foto: Anke Donner
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Goslar. Nachdem der Streit um die Zustände in den Asklepios Harzkliniken Goslar in den letzten Tage regelrecht eskalierte, schaltet sich nun auch der Kreisverband Goslar des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) in die Diskussion mit ein. In einer Stellungnahme kritisiert der DGB den Druck des Klinikums auf Betriebsrat und Angestellte.

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Susanne Ohse vom DGB Kreisverband Goslar (ungekürzt und unkommentiert):

„Den steigendem Druck auf die Harzkliniken wegen der dort herrschenden Zustände (Personalmangel, ständiger Ärztewechsel, Mangelversorgung von Patienten, sinkende Umsätze) gibt der Asklepioskonzern eins zu eins an die Beschäftigten weiter. Sinkende Zahlen von Überlastungsanzeigen sagen nichts aus, wenn bekannt ist, dass auf diejenigen, die eine solche Anzeige stellen, erheblicher Druck ausgeübt wird. Äußert der Betriebsratsvorsitzende sich im Sinne der Beschäftigten, was seine Aufgabe ist, so wird er in einem sogenannten ‚Offenen Brief‘ diffamiert. Er ruiniere den Ruf des Krankenhauses, wenn er Mißstände benenne.

Das ist Betriebsrat-Bashing oder -Mobbing ersten Ranges. Es wird in dem Brief gefragt, was ‚wir uns noch alles vom Betriebsrat gefallen lassen müssen.‚ Der Betriebsrat macht also den Stellenplan, schickt das Pflegepersonal im Urlaub zur Arbeit und macht Druck auf KollegInnen auch krank zur Arbeit zu kommen? Selbst sein Widerstand gegen das ständige Versetzen von Kollegen in andere Abteilungen, das einen geregelten Ablauf im Krankenhaus immer wieder erschwert, wird ihm als Verweigerungshaltung vorgeworfen. Wer immer den Brief geschrieben hat, weit entfernt von der Geschäftsführung ist die Person bestimmt nicht zu finden.

Waschen ohne Wasser“ als medizinische Errungenschaft? Schlimmer geht’s nimmer! Man kann nur hoffen, dass die Beschäftigten des Krankenhauses nach wie vor Ursache und Wirkung erkennen und sich, wie in anderen Kliniken auch, endlich im Sinne guter Pflege auf die Hinterbeine stellen und sich nicht durch schön geredete Verhältnisse blenden lassen. Es kann nicht angehen, dass nach Goslar auch noch das Krankenhaus in Seesen durch den Asklepios-Konzern ruiniert wird.“

Auch Franz Diener, Betriebsratvorsitzender, geht davon aus, dass das Schreiben von der Geschäftsführung „geschürt“ worden sei (regionalHeute.de berichtete).

Asklepios-Pressesprecher Ralf Nehmzow sieht das anders:

„Wir verwahren uns entschieden dagegen, dass der Brief von der Geschäftsführung geschürt worden sein soll, eine infame Unterstellung von Herrn Diener gegen seine eigenen Kolleginnen und Kollegen, befremdlich, denn dabei soll der Betriebsrat ja gerade die Interessen seiner Mitarbeiter vertreten. Wir haben inzwischen von dem Brief Kenntnis, er ist nicht anonym, sondern hat den Absender: Von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Harzkliniken, namentlich unterschrieben von einer Reihe von ihnen, die Unterschriften liegen vor„, erläutert Nehmzow.

Diener selbst sei zudem nicht kooperativ. Ein Beispiel hierfür sei, dass Herr Diener, trotz Einladung, nicht an dem von der Geschäftsführung eingerichteten Gesprächskreis „Pflege im Fokus“ teilnehmen würde.

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