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Auf der Bühne der Oberschule Bad Harzburg: „Wir waren mal Freunde“

24. Oktober 2017
Symbolfoto: pixabay
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Bad Harzburg. Am morgigen Mittwoch findet in der Aula der Oberschule Bad Harzburg eine Aufführung des Theaterstück „Wir waren mal Freunde“ vom Ensemble Radiks aus Berlin statt. Vorstellungsbeginn ist um 19 Uhr.

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Wie der Landkreis Goslar mitteilt wird im Rahmen der TeenScout-Ausbildung des Projektes von Landkreis Goslar, Schule und der Polizeiinspektion Goslar „come together – Jugendliche unterstützen Jugendliche im Schul- und Lebensalltag“ an den fünf teilnehmenden Schulen im Unterricht die Teilnahme an einem Theaterstück angeboten. In sensibler jugendgerechter Weise werden die Bedeutungen von Respekt, sozialen Werten und Achtung füreinander, insbesondere im Schulalltag, thematisiert. Das Stück wirft einen Blick auf Fremdenfeindlichkeit und Rassismus als Ergebnis von Vorurteilen, persönlichen Erfahrungen und Ängsten. Es behandelt die Lebensentwürfe junger Menschen im Spiegel unterschiedlicher sozialer und kultureller Herkunft.

Die Aufführungen werden im Rahmen des Projektes „Demokratie leben!“ vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend und des Projektes „Migration ist Vielfalt“ vom Landkreis Goslar gefördert. Ein Teil wird durch den Jugendschutz des Landkreises Goslar finanziert. In acht weiteren Aufführungen werden nach Angaben des Landkreises circa 1.100 Schüler der 7. bis 10. Klassen im Landkreis Goslar erreicht.

Die Handlung des Theaterstücks:

Der sechzehnjährige Joscha hat einem Obdachlosen das Leben gerettet. Der Mann schlief in einem im Bau befindlichen Asylwohnheim, als es in Brand gesteckt wurde. Zuerst gefeiert als Held, gerät Joscha schnell selbst in Verdacht, den Brand gelegt zu haben. Joscha schweigt zu diesen Vorwürfen, da er glaubt, dass seine Schwester Marion zusammen mit anderen Asylgegnern für den Brandanschlag verantwortlich ist. Erfolglos versucht er sie zu überreden, sich der Polizei zu stellen. Joscha wird nun an seiner Schule von vielen Mitschülern gemieden und ausgegrenzt, er erhält aber auch Zuspruch für seine vermeintliche Tat. In dieser Zeit findet an Joschas Schule auch eine Projektwoche zum Thema „Deine Zukunft“ statt. Hier trifft er auf Melek, eine gläubige muslimische Mitschülerin, die er seit der Grundschule kennt. Mit ihr soll er ein Projektteam bilden. Sticheleien und Abneigung bestimmen die ersten Tage ihrer gemeinsamen Teamarbeit, aber auch der Wunsch nach Vertrauen und gegenseitiger Anerkennung.

In der Art einer dokumentarischen Krimigeschichte wird aus der Sicht der jugendlichen Protagonisten geschildert, wie ehemals vier Freunde aus der Grundschulzeit – nunmehr als Jugendliche – Vorurteile gegeneinander aufgebaut haben und sich nun gegenseitig und andere anfeinden. Eine Spurensuche beginnt, ausgelöst durch die Projektwoche zum Thema „Deine Zukunft“ und die Ereignisse im Nachgang der Brandstiftung auf ein Asylantenheim. Hier setzt das Stück an: Die jugendlichen Protagonisten des Stückes blicken gemeinsam mit den Zuschauern zurück in die Vergangenheit und in die Gegenwart von einstmals vier Freunden, die sich allmählich voneinander entfernten. Sie suchen und geben Antworten: Warum haben wir so unterschiedliche Vorstellungen von Ehre, Religion, Herkunft und sozialem Status entwickelt? Weshalb schenken wir diesen Vorstellungen und den daraus resultierenden Vorurteilen so eine Bedeutung? Erlauben uns diese „Werte“ uns gewaltbereit und respektlos einander gegenüber zu verhalten? Haben wir so eine Zukunft?

Wesentlicher Teil des Stückkonzeptes ist, dass sich die Darsteller im Anschluss an die letzte Spielszene an ihr Publikum wenden und so in ein erstes Nachgespräch überleiten: Was sind Vorurteile und wie entstehen sie? Was bedeutet Respekt und Toleranz im Alltag oder in der Schule? Wann beginnt Gewalt und wie begegnet man ihr? Wer hat „Schuld“? Welche Bedeutung haben Ehre, Religion, Herkunft und sozialer Status im Zusammenhang mit „Freundschaften“. Zur Unterstützung der Vor- und Nachbereitung wird den Lehrkräften ein umfangreiches Begleitmaterial zur Verfügung gestellt.

Hintergrund: come together – TeenScouts

In den vergangenen eineinhalb Jahren wurden im Rahmen des Projektes sogenannte TeenScouts (JGS-Begleiter am Jacobson-Gymnasium in Seesen) ausgebildet, die anderen Jugendlichen ihren täglichen Schulbesuch erleichtern sollen. TeenScouts kümmern sich um Schüler, die Hilfe beim Lesen, Lernen oder beim Hausaufgaben machen haben möchten. In den Pausen werden Spiel- und Bastelmöglichkeiten angeboten. Jede Schule geht dabei individuell auf die Bedürfnisse der Schüler ein. Diese vielen kleinen Bausteine sollen zu einem besseren Miteinander mit Achtung und Respekt im Schulalltag führen. An dem Projekt nehmen bisher die folgenden weiterführenden Schulen im Landkreis Goslar teil: Adolf-Grimme-Gesamtschule Oker, Oberschule Bad Harzburg, Oberschule Seesen, Vicco-von-Bülow Oberschule Vienenburg und das Jacobson- Gymnasium Seesen. Zur weiteren Wissensvermittlung und intensiveren Auseinandersetzung zu den oben genannten Themen wurde das Ensemble Radiks mit dem Theaterstück „Wir waren mal Freunde“ engagiert.

Claudia Hopp, Jugendschutz beim Landkreis Goslar, Nicole Nietzel, Schulsozialarbeiterin an der Oberschule Seesen sowie Stephani Gobernack, Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar, haben das Projekt 2016 ins Leben gerufen. Die Jugendlichen werden gemeinsam mit den Projektinitiatorinnen, Lehrkräften und einem Schulsozialarbeiter in drei Tagen zu TeenScouts ausgebildet. Die Lehrkräfte und die Schulsozialarbeiter leiten das Projekt an den betreffenden Schulen und begleiten die TeenScouts in ihrem Engagement.

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