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BAP-Sänger Wolfgang Niedecken mit Paul-Lincke-Ring geehrt

26. März 2017 von
Wolfgang Niedecken sang nicht nur Lieder im kölschen Dialekt. Foto: Antonia Henker
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Goslar. Am Sonntagnachmittag wurde Wolfgang Niedecken mit dem Paul-Lincke-Ring für sein musikalisches Werk als Gründer und Sänger der Kölschrock-Band BAP ausgezeichnet. Außenminister Sigmar Gabriel hielt die Laudatio. Nach dem Festakt enthüllte Niedecken eine Autogrammplatte auf dem Paul-Lincke-Platz.

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„Hefte raus, Klassenarbeit!“, mit diesen Worten betrat Wolfgang Niedecken schmunzelnd die Pressekonferenz, die vor der Verleihung des Paul-Lincke-Rings am heutigen Sonntagnachmittag stattfand. Zusammen mit seiner Frau Tina Niedecken nahm er neben einigen der Fachjuroren und dem Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk Platz. Die Lobesworte für den Texter, Komponisten, Sänger, Gitarristen und Produzenten überschlugen sich: „Wir haben einen sehr, sehr würdigen Preisträger gefunden“, meinte Junk. Die Jury begründete ihr Urteil mit seiner „Haltung, die dem Land guttut“. Außerdem vereine Niedecken unglaublich viele positive Eigenschaften in sich und hinterlasse nicht nur Musikklassiker, sondern auch ein Vorbild. Junk betonte, er hätte die anderen Jury-Mitglieder nicht gebraucht, um sich für Niedecken zu entscheiden. 

„Hoppla, meinen die etwa mich?“

Auf die Frage, was ihm der Preis bedeute, meinte Niedecken, er habe erstmal geguckt, wer den Preis noch bekommen habe. Es seien größtenteils Leute, die ihm unheimlich imponierten. Er fühle sich jedenfalls geehrt, in dieser Reihe zu stehen.

Auch der Tiefschlag des Schlaganfalls wird angesprochen. Niedecken spricht über eine gelbe Karte, die ihm gezeigt wurde. „Die nimmt man zur Kenntnis und bettelt nicht um Gelb-Rot“, resümierte er mit einem Augenzwinkern. 

Es ging um Soloalben, die Zusammenarbeit mit großen amerikanischen Künstlern, Fußball und Lebensweisheiten. Niedecken verriet, dass er gelernt habe, dass „bevor man sich aufregt, man einmal geistig um den Block gehen sollte“. Die Zusammenarbeit mit vielen unterschiedlichen Menschen sei gut für neuen Schwung gewesen und inzwischen hätte auch keiner mehr Angst, dass er sich mit seinen Soloalben selbstständig machen wolle.

„Bruce Springsteen der deutschen Rockmusik“

Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk meinte ganz nach Kölschem Brauch: „Et kunnt ja nit anders kumme!“ Einer der prägendsten Köpfe der deutschen Rockmusik wurde geehrt – und es konnte nicht anders kommen! Außenminister Sigmar Gabriel, den Niedecken schon länger auch persönlich kennt, sagte in seiner Laudatio, dass ohne BAP die Achtziger ziemlich trostlos gewesen wären. Er bewunderte Niedecken für seine Fähigkeit, mitzufühlen, ohne sich dabei abzuhärten. Gabriel nannte ihn einen „engagierten Weltbürger“, den Bruce Springsteen des deutschen Rocks und schloss mit den Worten: „Sei herzlich bedankt für großartige Musik und dass du dich immer noch berühren lässt und andere berührst.“

„Ne schöne Jung‘ kann nischt entstellen“

Den Ring nimmt Niedecken mit einem Spruch seiner Mutter auf den Lippen entgegen. Dann spielt er für den ausverkauften und vollbesetzten Paul-Lincke-Saal noch einige seiner Lieder und „Sympathy for the devil“ für Sigmar Gabriel, „damit er sich auf seinen neuen Job einstimmen kann“. Schließlich wird nach einem kurzen Spaziergang noch die Autogramm-Platte auf dem Paul-Lincke-Platz enthüllt. 

Viele Menschen haben sich gefunden, die ihrem Idol gratulieren, ein Foto mit ihm wünschen, ihm Geschenke mitbringen. Tina Niedecken hält sich im Hintergrund und passt auf den Hund auf. Und Wolfgang Niedecken freut sich schon darauf, wenn er den Rhein wiedersehen kann, denn der Fluss würde ihn einnorden. Das ist es wohl auch, was ihn so beliebt macht: Der kölsche Jung‘ bleibt bodenständig und macht weiter Musik, die berührt.

Der Paul-Lincke-Ring

Der Berliner Komponist Paul Lincke ist Namensgeber für den Goslarer Preis. Er war Theaterkapellmeister und Schöpfer der Berliner Operette. 1946 hatte der Musiker in Hahnenklee seine letzte Ruhestätte gefunden. Seit 1955 wird der nach ihm benannte Ring an Komponisten, Textdichter und Interpreten verliehen, die sich besonders um die deutsche Unterhaltungsmusik und Bühnenwerke verdient gemacht haben. Um nur ein paar der vorherigen Preisträger zu nennen: Udo Jürgens (1981), Rolf Zuckowski (2001), Udo Lindenberg (2003), Die Fantastischen Vier (2009) und Clueso (2015). Bis 2015 wurde der Ring alle zwei Jahre verliehen, danach soll er nun jedes Jahr vergeben werden.

Eine Jury entscheidet, an wen der Ring verliehen werden soll. Sie setzt sich aus Fachjuroren, wie zum Beispiel Dr. Jürgen Meier-Reese, und Goslarer Juroren, wie etwa dem Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk, zusammen. 

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