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Björn Thümler über Flüchtlinge, Rücktritt und Sport

22. Juli 2015 von
Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Björn Thümler, kehrte auf einen Besuch in die Redaktion von RegionalGoslar.de ein. Hier stellte er sich den Fragen zu regionalen und überregionalen Themen. Foto: Anke Donner
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Goslar. Der Vorsitzende der CDU-Landtagsfraktion, Björn Thümler, hat auf seiner Sommertour auch den Harz besucht. Am Dienstag machte er Station in Goslar und kehrte auf ein Gespräch in die Redaktion von RegionalGoslar.de ein.

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Thümler, der sich bei einem Kurzbesuch die Zeit nahm, Rede und Antwort zu regionalen und überregionalen Themen zu stehen, sieht große Potentiale im Harz und Goslar, besonders im Erholungsbereich. Der Tourismus ist eine große Stärke, die man ausbauen und fördern sollte. Als ebenso wichtig sieht Thümler aber auch an, die Industrie vor Ort zu stärken und damit die Abwanderung aufzuhalten und den Arbeitsmarkt in der Region zu stärken. „Auch die Industrie ist ein Schwerpunkt, den man sehen muss und der Arbeitsplätze bietet“, erklärt er und sieht darin eine Chance, besonders die Gebiete, die nur vom Tourismus abhängig sind, nach vorne zu bringen.

Der Politiker stellte sich zudem ganz aktuellen Themen, wie der Flüchtlings-Problematik. Kürzlich kritisierte Thümler den Umgang der Landesregierung mit den steigenden Flüchtlingszahlen (RegionalGoslar.de berichtete). Hier sei das Land stark gefordert und in der Verantwortung. Er begrüße jedoch den Ansatz von Goslars Oberbürgermeister Oliver Jung, die Stadt für die Flüchtlinge zu öffnen, weil es einen Bedarf an Menschen gibt, die durch ihre Erfahrung etwas zur Attraktivität der Stadt beitragen können. Goslar sei genau so ein Ort, der bereit sei, diesen Menschen eine Chance zu geben. „Aber das wird vom Landkreis blockiert und das halte ich für nicht richtig“, so Thümler.

Derzeit gibt es massive Kritik an der Kultusministerin Heiligenstedt. Es werden sogar Rufe nach einem Rücktritt laut. Einen direkten Nachfolger aus den Reihen der SPD für die Ministerin hatte Thümler auf Nachfrage von RegionalGoslar.de nicht parat. Stattdessen würde er eine CDU-Geführte Landesregierung begrüßen, erklärt er lachend.

„Einen Weil kannte anfangs auch keiner“

Sein Bestreben, an die Spitze der CDU zu klettern, verfolgt er nach wie vor. Eine Umfrage, die die Zeitung „Die Welt“ kürzlich veröffentlichte und Thümler als eher unbekannten Politiker entlarven sollten, nimmt er gelassen. „Umfragen sind eine Sache für sich. Den Bekanntheitsgrad kann man steigern, indem man Skandale produziert. Dann steigt sie schnell und sackt auch schnell wieder. Ich bin eher auf der soliden Seite unterwegs. Und der Bekanntheitsgrad ist auch nicht kriegsentscheidend. Entscheidend ist, dass wir, die CDU, bei Umfragen bei 40 Prozent liegen. Und einen Weil kannte anfangs ja auch keiner“, so Thümler.

Gesamtschule mit Oberstufe grundsätzlich kein Problem

Angesprochen auf die CDU-Entscheidung im Kreistag zur Bildung einer Oberstufe in der Gesamtschule Oker (RegionalGoslar.de berichtete), hält er die Haltung seiner Fraktion für richtig. Die Vorlage, so Thümler kenne er, hält diese aber für sehr politisch und nicht unbedingt fachlich ausgeführt. Er betont jedoch, dass er speziell dazu keine Ratschläge erteilen möchte. Man solle seiner Auffassung nach Oberschulen jedoch nur dann einrichten, wenn die Anforderungen erfüllt seien. „Man sollte hier nicht mit dem Kopf durch die Wand gehen, sondern dafür sorgen, dass man eine vernünftige Oberstufe macht und die Schüler ein vernünftiges Abitur kriegen. Und dafür braucht man eben eine gewisse Masse an Schülern, damit man ein breites Angebot schaffen kann. Wenn man klug an die Sache rangegangen wäre, hätte man maximal darüber nachdenken können, ob man ein Oberschul-Zentrum einrichtet, wo die Schüler aus anderen Schulformen zusammengeführt werden“, erklärt er. Grundsätzlich spricht er sich nicht gegen Oberstufen an Gesamtschulen aus. Jedoch sollten die Voraussetzungen ideal sein. „Es gibt viele Gesamtschulen, die Oberstufen führen. Das sind auch nicht unerfolgreiche Schulen. Das sind aber fast schon Gymnasien, weil der Anteil der Schüler mit Gymnasialempfehlung an diesen Schulen deutlich über 60 oder 70 Prozent ist“, so Thümler.

Der Sportler Björn Thümler

Geheimnisse lies sich der Politiker nur schwer entlocken. Die Frage, was er denn gerne einmal mitteilen würde, aber noch nie danach gefragt wurde, verursacht ein nachdenkliches Stirnrunzeln. „Im Grunde genommen bin ich ein ganz transparenter Typ. Man kann auf meiner Homepge viel nachlesen. Das einzige, was man nicht nachlesen kann, oder nur in Auszügen, ist mein Privatleben. Das ist auch gut so und so gewollt. Aber Journalisten haben noch nie danach gefragt, ob ich in irgendeiner Art sportlich aktiv bin. Nicht, dass mich das stören würde. Aber es gehen immer alle davon aus, dass ich keinen Sport treibe. Was aber nicht stimmt. Ich habe bis Mitte 20 sehr ausführlich Leichtathletik gemacht. Was man der Figur vielleicht nicht unbedingt ansieht. Aber ich bin ein relativ guter Sprinter, Weitspringer, Kugelstoßer, Speerwerfer und Diskuswerfer. Und war da auch nicht so ganz schlecht“, sagt er abschließend und verabschiedet sich. Der nächste Termin bei der Jungen Union in Goslar wartet bereits.

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