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Eröffnung der 14. Goslarer Filmtage mit „Nebel im August“

6. März 2017 von
Von links: Martin Sänger, Stadtjugendpflege, die Darsteller Ivo Pietzcker und Henriette Confurius, Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk, Joshua Friederichs, Stadtjugendpflege und Jörg Witte, Leiter der Schulkinowochen Niedersachen. Foto: Nino Milizia
Goslar. Am heutigen Montag wurden im Goslarer Theater die 14. Goslarer Filmtage eröffnet. Gezeigt wurde der Film "Nebel im August", die Darsteller Ivo Pietzcker und Henriette Confurius gehörten mit Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk zu den Gästen.

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In Zusammenarbeit mit der Fachoberschule Sozialwesen der Berufsbildenden Schulen in Goslar, der Stadtjugendpflege und des Goslarer Kinos wurde der Eröffnungsfilm „Nebel im August“ gezeigt. Im Vorfeld hatten sich die Schüler der FOS 16/2 mit dem Thema „Anders sein“ und dem Film intensiv beschäftigt und im Unterricht behandelt. Mit moderierenden Worten und Einsatz der Schulband hatte man einen würdigen Rahmen geschaffen, um die Filmtage in Goslar einzuläuten. Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk nutzte die Gelegenheit, um seine Freude zum Ausdruck zu bringen: „Es ist eine tolle Sache, dass es uns erneut gelungen ist, die Filmtage in Goslar zu eröffnen. Besonders auch, weil ich oft in den sozialen Medien lesen muss, dass in Goslar für junge Menschen nichts los sei. Allerdings wird auch hier viel getan, das Angebot muss nur genutzt werden.“ Daher bedankte er sich bei der Verwaltung, die mit ihrer Arbeit für die Jugend gute Arbeit leiste und nahm die Politik weiterhin in die Pflicht, auch in Zukunft Geld für die Jugendarbeit in die Hände zu nehmen.

Die Schüler schauten „Nebel im August“. Foto: Nino Milizia

Artig bedankten sich die Darsteller Ivo Pietzcker (im Film Ernst Lossa) und Henriette Confurius (Edith Kiefer) für das Interesse des Publikums, sich mit einem schweren Stoff zu beschäftigen. Sie seien gespannt auf die Reaktionen der Schüler. Diese dürften tatsächlich emotional ausfallen, beschäftigt sich „Nebel im August“ doch mit dem Thema „Euthanasie“ im dritten Reich. In einem Heim werden Kinder mit Behinderungen systematisch getötet, die vom 13-jährigen Ivo Pietzker verkörperte Hauptfigur versucht durch mutiges Auflehnen die Greueltaten zu verhindern. Da die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, Ivo Pietzcker traf die überlebende Schwester seiner Figur im Vorfeld der Dreharbeiten, dürfte das Gesehene nur die allerwenigsten kalt lassen.

Verfilmung von wahren Geschichten wird von Darstellern als Verantwortung wahrgenommen

Im Nachgang standen die Darsteller noch für Fragen zur Verfügung. Auf die Frage von regionalHeute.de, wie anstrengend die Arbeit für die Darsteller angesichts des schwierigen Stoffs gewesen sei, antwortete die 26-jährige Henriette Confurius: „Es waren angenehme Dreharbeiten. Es wurde viel mit den Kindern gespielt, wir hatten viel Spaß. Allerdings hatte ich auch nur zehn Drehtage, für Ivo waren es 40. Am Abend jedoch, wenn ich zur Ruhe kam, musste ich über alle Handlungen und Texte nachdenken. Es war insgesamt schön, aber trotzdem auch nachtragend. Man hatte Gelegenheit, neue Seiten an sich zu entdecken.“ Confurius spielt eine Krankenschwester, die Kinder vergiftet. Dennoch habe sie Zugang zu der Rolle gefunden: „Die Schwester handelt wie eine Heilige, sie war davon überzeugt, die Kinder zu erlösen.“ Auch der Umstand, dass man eine tatsächlich passierte Geschichte erzählt habe, hätte sie zu einer gewissen Verantwortung aufgerufen: „Du willst das ganze nicht sensationsmäßig spielen, musst feinfühlig sein und jeden Schritt ganz vorsichtig setzen.

Jörg Witte und Eva-Maria Schneider übernahmen die Moderation. Foto: Nino Milizia

Der Jungdarsteller Pietzcker, der sich trotz seiner erst 13 Jahre äußerst eloquent, reflektiert und ernst gab, fasste auch für sich ein zwiespältiges Fazit: „Es waren so viele Kinder am Set, mit denen man spielen konnte. Aber wenn mal Ruhe einkehrte, kam ich ins Grübeln. Ich musste daran denken, was die Kinder damals durchmachen mussten. Weg von den Eltern in einem Heim, dauerhafter Stress. Man vergleicht dies dann auch mit den eigenen Problemen. Der Mut von Ernst Lossa war absolut beeindruckend. Er hat sein eigenes Leben für andere auf’s Spiel gesetzt. Da fragt man sich schon: Was hätte ich getan, wäre ich auch so mutig gewesen?“ Auch er habe die Verantwortung gespürt, einen richtig guten Job abliefern zu müssen. Die Schwester von Ernst Lasso, die er kennen lernen durfte, sei heute eine alte, zerbrechliche Frau, die noch immer nur schwer über das Thema reden könne. Dennoch habe sie es schön gefunden, dass die Geschichte ihres Bruders erzählt würde.

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