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Filmkritik: „Er ist wieder da“ – Lachen und Sorgen zugleich

30. Oktober 2015 von
"Er ist wieder da", und das nicht bloß fiktiv, sondern auch dokumentarisch. Foto: Constantin Film
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Goslar. Im Cineplex Goslar läuft derzeit die Satire „Er ist wieder da“ mit Oliver Masucci, Christoph Maria Herbst und Katja Riemann in den Hauptrollen. In der Literaturverfilmung „Er ist wieder da“ fallen Dokumentation und Fiktion verschachtelt ineinander.


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Basierend auf der abstrusen Idee, dass Adolf Hitler einen Zeitsprung macht und wieder durch die Straßen läuft, konfrontiert der Film die deutsche Bevölkerung nicht etwa mit ihrer Vergangenheit, sondern mit ganz akuten Überzeugungen und Ansichten, die den Zuschauer vor die Frage stellt: Könnte das alles tatsächlich noch einmal passieren? Wie real ist diese Aussage eigentlich – „Er ist wieder da“? Ohne Frage: Der Film ist witzig. Zumindest stückweise, immer wieder mal, wenn die Figur Adolf Hitler seine pathetisch aufgedunsenen Reden schwingt, die an der Realität dann in Pointen zerplatzen. Viele Witze sind grenzwertig, auch das ist keine Frage, das sind Witze immer, wenn sie von einer Figur hervorgerufen werden, die für den Mord von Millionen von Menschen verantwortlich ist. In dem Film „Er ist wieder da“ liegt die Bedenklichkeit der Scherze allerdings gar nicht so sehr in der moralischen Frage, ob man über etwas lachen darf, das mit menschlichem Leiden verbunden ist, sondern vielmehr darin, ob der Humor eine anrollende Gefahr überdeckt.

„Würdest du mir folgen?“

Neben der eigentlichen fiktiven Story des Films nutzt dieser die künstlich wieder zum Leben erweckte Figur Adolf Hitler und konfrontiert mit ihr Menschen auf der Straße. Im Grunde ganz harmlos, wenn er so vor einem steht, ohne Armee, ohne SS und wenn man ja eigentlich weiß, dass er es nicht wirklich ist. Was da uniformiert durch die Straßen läuft ist kein Mörder, kein Diktator, sondern eine abstruse Art von Kultfigur, auf die fast alle im Film mit einer irritierenden Vertrautheit reagieren. Und wenn Hitler dann fragt „Würdest du mir folgen?“ und ein junger Mann ganz ernsthaft sinngemäß zur Antwort gibt: „Puh, jetzt ist grad schlecht, ich muss ja jetzt arbeiten“, dann ist das zwar witzig, lässt aber auch die Sorge aufkommen, wann man besser aufhören sollte zu lachen, um gegen gefährliche Entwicklungen tätig zu werden. Die eigentliche Frage des Films ist also nicht, ob „er“ tatsächlich wieder da ist, sondern, was passieren würde, wenn er es wäre. Mit seinen dokumentarischen Schnipseln gibt „Er ist wieder da“ zumindest einen beunruhigenden Hinweis.

Tickets und Trailer zum Film gibt es unter www.cineplex.de.

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