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Geldanlage: Kleine Zinsen, große Folgen

11. Oktober 2017
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Symbolfoto: pixabay
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Als im Jahr 2008 die US-Bank Lehman Brothers über Nacht insolvent wurde, löste dies einen Strudel an den Finanzmärkten aus, der zahlreiche andere Banken und sogar ganze Staaten ins Wanken brachte. Die Folgen sind bis heute spürbar: Noch immer befinden sich die Zinsen in Europa und Amerika auf historisch niedrigem Niveau. Denn die Zentralbanken reagierten auf die Krise, indem sie die Leitzinsen immer weiter nach unten schraubten. Ihr Kalkül: Je geringer die Zinsen, desto leichter können sich Banken, Unternehmen, Staaten und Privathaushalte Geld leihen, investieren und so die schwächelnde Wirtschaft ankurbeln.

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Das gute alte Sparkonto ist damit unattraktiv – und Sparer müssen umdenken. Seit 2014 gewährt die Europäische Zentralbank (EZB) null Prozent Zinsen; auch die meisten Kundenbanken bieten für Tages- oder Festgeld kaum mehr als ein bis zwei Prozent. Bei einer Inflationsrate von 1,7 Prozent (Stand September 2017) ist das für Anleger fatal. Bleiben die Zinsen unterhalb der Inflationsrate, verliert das angelegte Geld an Kaufkraft.

Sparer müssen sich neu orientieren

Wer darauf angewiesen ist, langfristig Kapital aufzubauen – und das ist in Zeiten privater Altersvorsorge eine Mehrheit der Deutschen -, muss deshalb andere Anlageformen in sein Kalkül mit aufnehmen. Aber auch hier hat die lange Niedrigzinsphase einige Veränderungen auf den Märkten mit sich gebracht.

So sind auch bei den Staatsanleihen die Renditen im freien Fall – jedenfalls bei den Staaten, die als stabil und solvent gelten. Sie profitieren davon, dass viel Geld im Umlauf ist, und müssen die Käufer ihrer Anleihen gar nicht mit hohen Zinsen locken. Das müssen im Gegenzug Staaten wie Griechenland oder Italien, deren Wirtschaft im Zuge der Finanzkrise ins Straucheln geraten ist. Hier steht den hohen Zinsen aber das Risiko gegenüber, dass das angelegte Kapital nicht vollständig zurückgezahlt wird, etwa wenn Griechenland ein Schuldenschnitt gewährt wird.

Die Entwicklung bleibt nicht folgenlos auch für Lebensversicherungen, zu denen zum Teil auch Riester-Verträge gehören, Pensionsfonds und Anlagen zur betrieblichen Altersvorsorge. Die Anbieter solcher Verträge sind gesetzlich verpflichtet, nur in sichere Geldanlagen zu investieren, zu denen etwa Staatsanleihen gehören. Hierdurch können sie derzeit praktisch kaum Zinserträge erwirtschaften.

Aktien können die Zinslücke ausfüllen

Auch Immobilien sind als Geldanlage in der Niedrigzinsphase beliebt; so sehr, dass die Bundesbank im Mai 2017 schon vor einer Immobilienblase warnte. Denn wegen der hohen Nachfrage sind die Preise für Wohnungen, Baugrundstücke und Herstellungskosten stark gestiegen. Der Vorteil durch niedrige Zinsen wird dadurch wieder aufgehoben. Da die Banken bestrebt sind, möglichst wenig Geld zu Negativzinsen bei der EZB einzulagern und stattdessen möglichst viel als Kredit in Umlauf zu bringen, werden die Standards für die Kreditvergabe gesenkt. Es droht die Gefahr, dass Bauherren sich finanziell übernehmen.

Eine Chance auf höhere Renditen bieten Aktien bzw. Aktienfonds. Hier lockt nicht nur die Möglichkeit einer Wertsteigerung und eines späteren Verkaufs mit Kursgewinn; viele Unternehmen schütten auch Dividenden an ihre Aktionäre aus. Allerdings müssen Anleger bedenken, dass bei Aktien stets ein Verlustrisiko besteht. Zudem kann der Wert je nach Konjunkturlage stark schwanken.

Ende der Niedrigzinsphase nicht in Sicht

Dafür, seine Geldanlage auf die niedrigen Zinsen auszurichten und sich von Sparbuch, Fest- und Tagesgeld hin zu anderen Anlageformen zu orientieren, ist es noch nicht zu spät. Zwar sind sich die meisten Ökonomen einig, dass die Niedrigzinsphase enden wird. Wie lange das noch dauert, ist aber derzeit nicht abzusehen. Dass die amerikanische Notenbank Fed die Leitzinsen bereits angehoben hat, sehen einige als Indiz, dass auch die EZB bald umschwenken wird. Zudem warnen einige, dass niedrige Zinsen die Banken zu immer riskanteren Geschäften verleiten, um Gewinne zu machen. Dem steht allerdings gegenüber, dass die Konjunktur in einigen Ländern der Eurozone, anders als in den USA, auch Jahre nach dem Lehman-Zusammenbruch immer noch nicht wieder angesprungen ist – sie sind weiter darauf angewiesen, dass niedrige Zinsen Investitionen attraktiv machen.

Dies ist eine Anzeige der Deutschen Bank.

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