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Kinokritik „Nocturnal Animals“ – Verstörend emotional

8. Januar 2017
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Keine leichte Kost "Nocturnal Animals" Kinokritik/Foto: Alexander Panknin
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Goslar. Neben den knalligen Blockbustern laufen zurzeit auch ein paar ruhigere Vertreter im Cineplex Goslar. Einer davon ist "Nocturnal Animals". Als Drama / Thriller gekennzeichnet überrascht dieser künstlerische Film mit tiefer Emotionalität und knallharten Story-Elementen.

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Vorweg: wer hier einen kuschligen Film für einen romantischen Kinoabend zu zweit sucht, der sollte lieber einen Saal weitergehen. „Nocturnal Animals“ ist keine leichte Kost. 

Der Film nimmt den Zuschauer mit auf eine verstörend emotionale Reise in der zwei Geschichten kunstvoll ineinander verwoben werden. Eindringliche Charaktere erzählen eine klassische Liebesgeschichte, zugleich konfrontieren sie mit den Abgründen der Menschen. 

In starken Bildern schildert der Film sehr direkt und unverblümt die verpasste Liebe der zwei Protagonisten. Die leicht instabile Susan Morrow, bezaubernd gespielt von Amy Adams, bekommt das Manuscript eines Romans ihres Ex-Partners und Schriftstellers Edward Sheffield (Jake Gyllenhaal).

Geschickte Blenden zeigen uns die angeschlagene Gefühlswelt Susans, in der sie sich zusammen mit den Zuschauern in die Geschichte des Buches begibt. Diese ist zugleich zweiter Erzählstrang des Films. Eine Geschichte des Grauens, in der Tony Hastings (ebenfalls gespielt von Gyllenhaal), um seine Familie in einer texaner Wüste kämpft. Hierbei handelt es sich um eine Metapher, die die Gefühle des Schriftstellers Sheffield reflektieren.

Fazit

Als wir den Film sahen überraschten uns die verhaltene Zuschauerzahlen, ein junges Pärchen und ein älterer Mann. Ansonsten fanden wir den Saal leer vor. Direkt nach der letzten Szene steht der Mann auf, „Den hab ich nicht verstanden“.

Lässt man den Film jedoch unvoreingenommen auf sich wirken, dann entfaltet sich ein starker Sog, der einen in die traurige Welt der Charaktere zieht. Die wenigen Schauspieler spielen ergreifend und werden toll in Szene gesetzt. Fassungslos und mindestens genauso hilflos wie Tony Hastings erlebt man die zum Teil skurrilen Wüstenszenen. Hervorzuheben ist neben der tollen Leistung beider Hauptdarsteller, auch das Schauspiel von Michael Shannon, der als ermittelnder Sheriff auftritt.

Ein zu schnelles Urteil wird dem Film nicht gerecht, die starke Wirkung entfaltet sich ganz langsam, dafür sehr ergreifend und nachhaltig. Denn dieser Film regt zum Nachdenken an und hängt sicher manchem nach.

Entfernt erinnert der Film von seiner Regie her (Tom Ford) an David Lynchs Werke, wie „Mulholland Drive“. Dabei schafft er es allerdings einen sehr eigenen Weg zu beschreiten, hält sich nicht mit unnötigen Details auf und konzentriert sich mehr auf seine emotionale Erzählweise.

 

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