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Kinokritik zu „Dunkirk“

29. Juli 2017
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Wir sahen uns "Dunkirk" im Cineplex in Goslar an. Foto: Nino Milizia
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Goslar. Der Regisseur Christopher Nolan ist vor allem für seine intelligenten und oftmals fantastischen Stoffe bekannt, schenkte er uns doch mit "Memento", "Inception" oder seiner "Batman"-Trilogie Filme, die in die Kinogeschichte eingingen. Mit "Dunkirk" wagte er sich diesmal an einen Kriegsfilm, der bereits als Oscar-Favorit gehandelt wird. Wir sahen ihn im Cineplex.

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„Einer der besten Kriegsfilme aller Zeiten“, urteilten viele Filmkritiker und lösten einen regelrechten Hype aus. Eine gewagte These, wenn man bedenkt, dass sich dieses Werk mit Klassikern wie „Der Soldat James Ryan“, „Full Metal Jacket“, „Der schmale Grat“, „Apocalypse Now“ oder „Platoon“ messen muss. Wenn dann auch noch der Kritiker-Liebling Christopher Nolan auf dem Regie-Stuhl Platz nimmt, erwartet man nichts weniger als ein Meisterwerk. Ob ihm dies gelungen ist, liegt natürlich im Auge des Betrachters, doch lässt sich jetzt schon sagen, dass er auch diesmal Stilmittel gewählt hat, die so noch in keinem Kriegsfilm zu sehen waren und genau deshalb das Kinoerlebnis so intensiv werden lassen.

Wie der Filmtitel bereits verrät, tauchen wir in die Geschichte der am Strand von Dünkirchen im zweiten Weltkrieg (1940) von den Deutschen eingekesselten Engländer und Franzosen ein. Ganz ohne Pathos, Heldengesten oder spektakuläre Feuerwechsel kommt der Film über seine komplette Länge aus. Dennoch entfaltet er solch einen Sog und eine teils unangenehme innere Anspannung, dass man einfach keine Sekunde den Blick von der Leinwand lenken kann. Ein besonderer Kniff von Nolan: Wir sehen bis auf deutsche Bomber niemals den Feind, Schüsse kommen von irgendwoher. Wir spüren so das Gefühl des Ausgeliefertseins. Plötzlich kippt einer meiner Kameraden getroffen um, neben mir explodiert eine Bombe. Jeder einzelne ist Spielball des Schicksals. Im Hintergrund hören wir immer eine Art Ticken der Uhr.

In jeder Sekunde lugt der Tod um die Ecke

Niemals können wir uns entspannen. Üblicherweise, in „Der Soldat James Ryan“ beispielsweise, gibt es hin und wieder Momente des Durchschnaufens, in denen ein Soldat ein Foto seiner Frau und Kinder zeigt oder es gar zu ein paar witzigen Moment kommt, in denen der Zuschauer mit ein paar Lachern Spannung abbauen kann. Nicht jedoch in „Dunkirk“. In jeder Sekunde lugt der Tod um die Ecke, selbst die Stille wirkt immer bedrohlich, es kann jederzeit alles passieren. Dazu Männer, die nicht Helden sein, sondern vielmehr einfach nur überleben wollen. Einfach wieder nach Hause! Und so wird um sein Leben geschwommen, das nächste vielversprechende Versteck angerannt. Verstecken vor dem gesichts- und namenlosen Feind.

Es gibt drei Handlungsstränge: Überlebenskampf am Strand, Kampf in der Luft und Kampf auf der See. Mal mehr, aber meistens eher weniger heldenhaft. Alles in umwerfenden Bildern mit einem Sound, der allein den Kinobesuch rechtfertigt. Ein großes Lob gebührt auch der gesamten Schauspielerriege. Meist extrem wortkarg und ohne Tränendrüsenmomente gelingt es ihr, den Zuschauer emotional zu packen, komplett in diesen Strudel der Hilflosigkeit hinein zu ziehen. Neben den Weltstars Kenneth Branagh, Cillian Murphy und Tom Hardy brillieren speziell die beiden No-Names Fionn Whitehead als englischer Soldat, den wir immer wieder gebannt bei seinem Überlebenskampf beobachten dürfen, und Barry Keoghan, der in einer zivilen Rettungsaktion endlich zum Helden werden will.

Fazit

Und so kommen wir zu dem Schluss, dass sich „Dunkirk“ vor den Kriegsfilmklassikern nicht verstecken muss. Unserem Redakteur gehen noch immer viele Bilder durch den Kopf, er würde ihn sich glatt ein zweites Mal ansehen. Wenn sie also auf einen Film gewartet haben sollten, der endlich wieder mal einen Kinobesuch rechtfertigt, dann ist dies unbedingt Nolans neuer Streich. Für so eine dicht erzählte und wundervoll fotografierte Geschichte wurde die Leinwand erfunden. Der Hype ist absolut gerechtfertigt.

Hören Sie hier das Urteil eines Besuchers des Cineplex Goslar:

5 von 5 regionalheute.de-Punkten

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