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Klinikseelsorger Wrede geht in den Ruhestand

27. April 2018
V.l.: Harzkliniken-Mitgeschäftsführer Matthias Dürkop, Landeskirchenrat Jörg Willenbockel, Helga und Hartwig Wrede sowie Propst Thomas Gunkel. Fotos: Asklepios Harzkliniken GmbH
Goslar. Nach sechs Jahren als Klinikseelsorger wechselt Hartwig Wrede, 63, Pfarrer der Evangelisch-Lutherischen Kirche, nun in den Ruhestand. Dies teilen die Asklepios Harzkliniken in einer Pressemitteilung mit.

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Für eine Vertretung ist übergangsweise gesorgt, die Landeskirche wird für einen dauerhaften Nachfolger als Klinik- Seelsorger eine Stelle voraussichtlich im Mai ausschreiben. Matthias Dürkop, Mit- Geschäftsführer der Asklepios Harzkliniken, verabschiedete Wrede am Freitag im Rahmen eines Empfangs, Gäste waren unter anderem Landeskirchenrat Jörg Willenbockel von der Evangelisch-lutherischen Landeskirche in Braunschweig sowie Propst Thomas Gunkel von der Propstei Goslar. Dürkop erinnerte am Rande daran, dass der Klinikseelsorger im Laufe der Jahre Zig-Tausende Patienten und deren Angehörigen betreute, als Zuhörer und Gesprächspartner. „Für dieses unermüdliche Engagement gebührt Ihnen, auch im Namen aller Patienten, großer Dank, Herr Wrede, Sie haben sich als Klinikseelsorger höchst verdient gemacht, um das Wohl der Patienten, der Klinik und damit der ganzen Region.“

Ein geschätzter Ansprechpartner 

Abschiedsfeier in der Cafeteria der Harzklinik Goslar, rund 70 Besucher kamen, Propst Thomas Gunkel würdigte die Verdienste von Klinikseelsorger Wrede.

Zahlreiche Weggefährten, Mitarbeiter und Freunde kamen zu einem kleinen Gottesdienst in die Klinik-Kapelle und zu einer anschließenden Abschiedsfeier in die Cafeteria der Asklepios Harzklinik Goslar. Wrede sagte: „Mir bleiben vor allem die vielen Begegnungen mit Patienten in Erinnerung, diese haben mich sehr bewegt.“ Auch das große Engagement der Mitarbeiter für die Patienten „empfand ich stets als beeindruckend“, ergänzte der Pastor. Das Leben des Theologen ist erfüllt: Der gebürtige Hannoveraner wuchs in Duisburg auf, studierte in Göttingen Theologie, arbeitete in Salzgitter, später dort als Vikar, 26 Jahre als Pfarrer in Jürgenohl – seit sechs Jahren war Wrede in den Harzkliniken als Seelsorger tätig. Tagtäglich ging er über die Stationen, dezent nahm er Kontakt auf, er versteht sich als Zuhörer, Gesprächspartner. Mal bekam er Tipps von Schwestern, bei bestimmten Patienten vorbeizuschauen. Und: Er achtete beispielsweise gezielt auf bestimmte Kriterien: „Ob Patienten von weit entfernt bei uns sind, hier länger liegen, etwa zwei Wochen, die sind oft besonders einsam, haben niemanden und freuen sich über einen Kontakt“, sagt Wrede. Oder: Menschen, die plötzlich lebensverändernde Diagnosen erfahren, „die suchen oft Gesprächspartner“, weiß der Pfarrer. „Oftmals geht es um für die Betroffenen extrem belastende Situationen“, resümiert Wrede. Aber auch für Mitarbeiter war Wrede stets als Ansprechpartner da, wenn es galt, Erlebtes, schwierige Situationen zu bewältigen.

Langeweile dürfte bei Ruheständler Wrede nicht aufkommen: Er ist wieder verheiratet, das Paar hat insgesamt elf Kinder, davon zwei Pflegekinder. Er engagiert sich in Afrika bei sozialen Projekten. Nun zieht der Pendler zwischen Harz und Ostsee ganz nach Schleswig. Er segelt gerne, seit 50 Jahren, hat zusammen mit seinem Bruder eine schwedische 10-Meter-Kielyacht. Sein erstes „Ruhestandsprojekt“: Frischluft tanken beim Segeltörn in den schwedischen Schären, danach will er wahrscheinlich in der Notfallseelsorge im Rettungsdienst weiter machen, in Schleswig – einmal Seelsorger, immer Seelsorger.

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