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KolumneHeute: I shot Santa Claus

6. Dezember 2015 von
Die Amis und ihre Waffen: stellen Sie sich mal vor, Sie würden eine weihnachtliche Postkarte erhalten, wie sie Michele Fioren losgeschickt hat. Symbolfoto: Sina Rühland
Unsere KolumneHeute: I shot Santa Claus. Symbolfoto: Sina Rühland
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Sie würden ein fast schon idyllisches Familienbild abgeben: die amerikanische Abgeordnete Michele Fiore zeigt sich dieser Tage mit ihrer Familie vor dem Weihnachtsbaum. Drei Generationen aufgereiht vor dem Weihnachtsbaum. Ein wahres Postkarten-Idyll aus Nevada – abgesehen von dem Pistolenvorrat, der mit der Familie posieren darf.

Für Michele Fiore scheint es der ideale Zeitpunkt zu sein: kurz nach dem Attentat in San Bernardino lässt sie sich samt familiärem Waffenarsenal für eine Weihnachtspostkarte ablichten. Abgesehen von den drei kleinsten Kindern auf dem Bild tragen alle Familienmitglieder demonstrativ eine Pistole im Gürtel. Unter dem Bild steht: „Meine Familie wünscht Ihrer Familie frohe Weihnachten und glückliche Feiertage“.  Barfüßig steht Fiore mit Pumpgun in der Bildmitte. Ihre Familie präsentiert alles, was die amerikanische Verfassung erlaubt. Sie seien nur eine normale amerikanische Familie, schreibt sie. Zahlreiche Likes hat sie damit schon mal sicher.

GunTV statt TrashTV

Auf so eine Idee können auch nur Amerikaner kommen: auch, wenn die USA in diesem Jahr wieder hunderte Schießereien mit vielen Toten zu verzeichnen haben, startet im Januar „GunTV“. Auf dem Sender sollen allnächtlich Schusswaffen und Munition angeboten werden. Eine der Mitbegründerin des Senders sagte der britischen Zeitung „Guardian“, sie habe eine Möglichkeit gesehen, auf einen Bedarf zu reagieren, nicht einen zu schaffen. Sie glaube nicht, dass durch „GunTV“ mehr Waffen in Umlauf kämen.

Neben dem Handy hängt die Waffe

Die Autorin: RegionalHeute.de-Redakteurin Sina Rühland.

Die Autorin: RegionalHeute.de-Redakteurin Sina Rühland.

Wie oft haben wir diesen Satz schon gelesen: „Nach dem Blutbad tobt in den USA eine neue Debatte über die Waffengesetzgebung“. Statistisch gesehen kommt auf jeden US-Amerikaner eine Schusswaffe. Die Zahl der Verbrechen soll dennoch zurückgegangen sein. Aus eben diesem Grund sind nach Attentaten auch nie Reformen gefolgt. Doch nun ist etwas für US-Verhältnisse bahnbrechendes passiert. Die „New York Times“ veröffentlichte zum ersten Mal seit fast hundert Jahren einen Leitartikel auf ihrer Titelseite, der sich tatsächlich für schärfere Waffengesetze ausspricht. In dem Artikel „Die Waffen-Epidemie“ wird ein Verbot bestimmter Waffen für Privatleute gefordert.

Liebe waffennärrische US-Bürger, es gibt etwas, das ihr wissen solltet: die paranoide Vision, dass ausgerechnet Waffen vor dem Tod schützen, ist eben das, was sie ist – eine irre Logik, die den Widerspruch in sich trägt. Wir müssen alle irgendwann gehen – und niemand hat wirklich Einfluss darauf.

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