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29. August 2015
Kundgebung startet mit Eskalations-Potential

Rund 1.000 Gegendemonstranten stehen gut 80 Anhängern der Partei "Die Rechte Harz" gegenüber. Foto: Anke Donner
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Goslar. Die für heute angesetzte Kundgebung der Partei „Die Rechte Harz“ begann alles andere als friedlich. Den rund 80 rechtsorientierten Anhängern stehen zirka 1.000 Gegendemonstranten gegenüber. Es gab erste Rangeleien und Eierwürfe. Offenbar kam es zudem zu einer Festnahme eines Gegendemonstranten.

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Aktualisiert 15 Uhr: Die Stimmung zwischen Bahnhof und Innenstadt ist aufgeheizt. Besonders die Gegen-Demonstranten rufen immer wieder laute Parolen. Offenbar hat es dort auch schon einige Festnahmen gegeben. Auf dem Kundgebungsplatz der Partei „Die Rechte“ sprechen die Redner zu den knapp 80 Demonstranten. Die Polizei musste kurzeitig einschreiten, als sich rund 20 Gegen-Demonstranten einen Weg durch das Hotel „Achtemann“ bahnten und auf den abgesperrten Bereich der Kundgebung zu liefen. Via Lautsprecherdurchsage wurden den Demonstranten klar gemacht, dass mit Konsequenzen zu rechnen sei, sollten sich die Teilnehmer nicht an die Regeln halten. Wie die Gegendemonstranten zum Kundgebungsplatz der Gegen-Partei gelangen konnten ist nicht ganz klar. Vermutlich, so die Polizei, seien sie durch das Parkhaus gelangt.

Der Oberbürgermeister sprach zu den rund 1.000 Gegendemonstranten.

Der Oberbürgermeister sprach zu den rund 1.000 Gegendemonstranten.

Beim Bündnis gegen Rechts, das sich im Bereich der Rosentorstraße positioniert hat, sprechen die Redner. Landrat Thomas Brych war der Erste, der zu den rund 1.000 Teilnehmern sprach. „Ich bin wirklich beeindruckt von der großen Zahl engagierte und Interessierter Menschen, die heute hier zusammengekommen sind. Aber ich habe eigentlich auch nichts anderes erwartet, denn es geht um ein wichtige Thema. Es geht heute darum, laut und deutlich zu sagen, dass wir hier in Goslar kein rechtsextremes Problem haben. Ganz im Gegenteil, die Rechten werden mit uns ein großes Problem bekommen, wenn sie versuchen, ihren menschenverachtenden Gedankenmüll vor unsere Tür zu kippen“, so der Landrat kämpferisch und erntete große Zustimmung.

Rund 80 Anhänger der Partei "Die Rechte" hielten ihre Kundgebung ab.

Rund 80 Anhänger der Partei „Die Rechte“ hielten ihre Kundgebung ab.

Auch Goslars Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk fand deutliche Worte für die Menschen, die sich gegen die Flüchtlinge in Deutschland und Goslar stellen. Wieder einmal wies Junk darauf hin, dass Deutschland genau diese Menschen bräuchte, um wachsen zu können. „Deutschland schrumpft und Goslar schrumpft. Wir brauchen Menschen aus fremden Ländern, damit wir wachsen können und es uns weiterhin hier so gut geht“, so Junk, der zudem den Landrat und den Landkreis dafür lobte, wie mit der Unterbringung von Flüchtlingen verfahren wird. „Ich finde, der Landkreis regelt das wirklich hervorragend“, so Junk.

Zu Beginn der Kundgebungen kam es zu kleineren Ausschreitungen.

Zu Beginn der Kundgebungen kam es zu kleineren Ausschreitungen.

Aktualisiert 16.30 Uhr: Nach knapp zwei Stunden lösten sich die Versammlungen auf beiden Seiten auf. Unter lauten Parolen der Gegen-Demonstranten wurden die Teilnehmer der Partei „Die Rechte“ von der Polizei zurück zum Bahnhof geleitet. Dort stieg der Großteil der Demonstranten in den Zug. Auch beim Bündnis gegen Rechts wurde die Kundgebung beendet, die man mit Musik und Tanz ausklingen ließ.

Zum derzeitigen Zeitpunkt spricht die Polizei Goslar von einem friedlichen Verlauf. Zwar gab es zu Beginn der Veranstaltungen einige Vorfälle seitens der Gegen-Demonstranten, hier müsse man aber nun die Auswertung am Abend abwarten. „Bei einigen Teilnehmern wurden die Personalien festgestellt. Wie es dann weitergeht, müssen wir abwarten. Insgesamt ist aber alles friedlich abgelaufen“, so Polizei-Sprecherin Elena Lindert.


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