Mülldeponie Paradiesgrund verursacht weitere Kosten

18. Mai 2017 von
Die Mülldeponie Paradiesgrund beschäftigt den Landkreis Goslar schon seit Jahrzehnten. Foto: Landkreis Goslar
Goslar. In der jüngst stattgefundenen Sitzung des KWB-Betriebsausschusses wurde ein Sachstandsbericht zur Mülldeponie auf dem Bollrich, unter dem Namen Paradiesgrund bekannt, präsentiert. Aus diesem ging hervor, dass für zukünftige Maßnahmen 135.000 Euro angesetzt wurden.

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Bei der Mülldeponie handelt es sich um einen ehemaligen Sandstein-Steinbruch, der von 1954 bis 1978 als Ablageplatz für Hausmüll genutzt wurde, aber auch Goslars Chemiebetrieben dazu diente, sich stark arsenhaltiger Flugstäube (Firma Genthe & Co) und Industrieschlämme (Firma Borchers, H.C. Starck, Firma Junior-Werke und Firma Natron AG) zu entledigen. Nach der Stilllegung wurde erst 1990 von der Bezirksregierung eine Überwachung und Gefährdungsabschätzung angeordnet. Es dauerte jedoch bis 2002, dass einer Sanierung der Deponie Paradiesgrund zugestimmt wurde. Auf der Agenda standen eine Abdeckung der Nordflanke und des Plateaus mit mineralischer Dichtung, eine Entgasungseinrichtung und eine Oberflächenentwässerung.

Bei Untersuchungen durch einen Gutachter in den Jahren 2012 und 2014 kam es dann zu folgenden Ergebnissen:

2012

Gutachter Röhrs schließt Einfluss auf hohe Arsengehalte bei H.C. Starck durch Deponie Paradiesgrund aus, Arsengehalte durch Immobilisierung im Hilssandstein werden festgestellt. Informationen über Stoffaustrag aus der Deponie nach Norden konnten noch nicht gesammelt werden. Röhrs empfiehlt fünf weitere Quartärmesstellen im An- und Abstrom, sowie eine tiefe Messstelle im Hilssandstein.

2014

Gutachter Röhrs schließt Einfluss auf hohe Arsengehalte bei H.C. Starck durch die Deponie Paradiesgrund weiterhin aus, der Einfluss der Deponie auf den Tiefen Okerstollen scheint nach seiner Einschätzung gering zu sein. Er schlägt dennoch weiteres Monitoring und Tracerversuche (Substanzen werden einem Wasserkreislauf zugeführt, um den Verlauf verfolgen zu können) vor. Es ergeben sich dennoch Fragestellungen bezüglich des Wasserabflusses: Findet eine Belastung durch Unterströmung der Fangdrainage statt? Und: Wo geht der Abstrom hin, wo bleibt das Arsen?

2014/2015 werden weitere Maßnahmen durchgeführt: Fünf neue Grundwassermessstellen werden errichtet, es werden Grundwasseruntersuchungen im nördlichen Abstrom durchgeführt, vorhandene Gutachten und Bauunterlagen der Abstromdrainage werden ausgewertet, ein Tracerversuch geplant und das Drainagesystem der Nordflanke mit einer Kamera abgefahren.

2016 gibt es dann endlich neue Ergebnisse: Zwei ältere Grundwassermessstellen müssen neu ausgebaut werden, Verstopfungen an den Drainageschlitze der Entwässerungsrohre werden durch die Kamerafahrt festgestellt. Daraufhin werden folgende Maßnahmen beschlossen: Die Messstellen werden um zehn Meter vertieft und zu Doppelmessstellen mit je einer Filterstrecke ausgebaut, Bauweise und Abdichtung der Deponie gegenüber den darunterliegenden Gesteinsschichten und dem Abfallkörper sollen erkundet werden, um zu klären, ob und inwieweit Deponiesickerwasser in diese Schichten einfließen kann und um die Funktionsfähigkeit der dort verbauten Drainagerigolen zu prüfen. Außerdem soll es ein Monitoring mit 25 Messstellen zur weiteren Aufklärung der Belastungssituation und der hydrochemischen Charakterisierung der Grundwässer geben.

Zwar werden diese Maßnahmen bei weitem nicht so teuer wie die in der Deponie Morgenstern (die Sanierung verschlang dort etwa 20 Millionen Euro), doch belaufen sie sich immerhin auf 122.000 Euro für die Kreiswirtschaftsbetriebe und 13.000 Euro für die Stadt Goslar. Falls noch eine weitere Messstelle nötig werden sollte, kämen weitere 160.000 Euro auf die Rechnung (120.000 Euro KWB, 40.000 Euro für die Stadt Goslar).

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