Neuer Buchenwald in Kisten


Zum ersten Mal kommen Containerpflanzen in größerem Umfang bei der Nationalpark-Waldumwandlung zum Einsatz. Foto: Sabine Bauling
Zum ersten Mal kommen Containerpflanzen in größerem Umfang bei der Nationalpark-Waldumwandlung zum Einsatz. Foto: Sabine Bauling

Wernigerode. „Natur Natur sein lassen“ ist das Leitmotiv der Nationalparke, auch im Harz. Doch es gilt entsprechend den gesetzlichen Vorgaben vorwiegend in der Kernzone, der sogenannten Naturdynamikzone, die den größten Teil der Nationalparkfläche einnimmt, heißt es in einer Pressemitteilung des Nationalpark Harz.


In der umgebenden Naturentwicklungszone, die noch knapp 39 Prozent des Nationalparks umfasst, wird der Natur Hilfe zur Selbsthilfe hin zu mehr natürlicher Dynamik gegeben. Dazu kommen in diesem Frühjahr zum ersten Mal Containerpflanzen in größerem Umfang bei der Nationalpark-Waldumwandlung hin zu naturnahen Wäldern zum Einsatz, so Sabine Bauling, Leiterin des Wald-Fachbereichs im Nationalpark Harz. Die kleinen Buchenpflanzen wurden im Frühjahr 2017 in Containern ausgesät und können jetzt im Alter von einem Jahr in die Waldumwandlungsflächen im Nationalpark gepflanzt werden.

Das Saatgut, die Bucheckern, stammt aus dem Nationalparkrevier Scharfenstein, wo es 2016 geerntet wurde. Insgesamt wurden 70.000 Containerpflanzen angeliefert – daraus können zirka 35 ha neuer Naturwald werden. Der Vorteil der Containerpflanzen ist, dass die Wurzeln von Erde umhüllt sind und somit sich die Pflanzzeit verlängern lässt. Das ist gerade in diesem Turbo-Frühjahr von Vorteil. Die Laubbäume haben in einem sehr kurzen Zeitraum ausgetrieben, so dass die Zeit für die herkömmliche Pflanzung mit wurzelnackten Pflanzen rasch vorbei ist.

Mit der Frühjahrspflanzung von Buchen kommt der Nationalpark Harz seiner Zielstellung, mehr Naturnähe in die Wälder zu bringen und verdrängten Pflanzenarten, hier der Buche, wieder einen Platz zu geben, ein weiteres Stück näher, so Bauling. Die Buche war in der Vergangenheit bis zu einer Höhenlage von zirka 750 m über NHN die dominierende Baumart im Harz. Zwei Drittel der Nationalparkfläche wären von den natürlichen Waldgesellschaften her Buchenwälder. Die Rückkehr der Buche in den Nationalpark Harz ist ein langer Weg. Die ersten Ergebnisse sind aber sichtbar, gerade jetzt, wo das frische Laub austreibt. Es wird etwa 80 Jahre dauern, bis die kleinen Buchen selbst Bucheckern tragen und zur Waldverjüngung beitragen werden.


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