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Obdachlosenhilfe in Goslar – Prävention statt Notunterkünfte

12. Januar 2017 von
In der Obdachlosenhilfe hat sich Goslar für einen besonderen Weg entschieden. Foto: pixabay
Goslar. Viele Städte bieten in der kalten Jahreszeit Obdachlosen Notunterkünfte an, die so dem nächtlichen Erfrieren entgehen. Die Stadt Goslar hat sich jedoch für einen anderen Weg entschieden: Prävention.

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Vanessa Nöhr, Pressesprecherin der Stadt Goslar, ließ auf Nachfrage von regionalHeute.de verlauten, dass die Stadt Goslar seit 2008 keine Notunterkünfte für Obdachlose mehr unterhalte. Es werde stattdessen auf Prävention gesetzt und eine Kooperation mit der Diakonischen Gesellschaft „Wohnen und Beraten“ gepflegt, die als Träger der „Zille“ und der „Ambulanten Hilfe“ fungiere. Ziel sei es, den Verlust der Wohnung zu vermeiden. Dazu informiere die Stadt zeitnah über eine Räumungsklage oder eine anstehende Zwangsräumung; die Ambulante Hilfe vermittele daraufhin zwischen Mieter und Vermieter und unterstütze Betroffene bei Behördengängen. Des weiteren sei es im Tagestreff „Zille“ möglich, die Sanitäranlagen zu nutzen, zu essen und sogar seine Wäsche zu waschen.

„Natürlich kann es immer mal passieren, dass jemand durch das Raster rutscht“

Obwohl es landesweit nicht viele Kommunen gebe, die sich für ein Präventivkonzept und gegen Obdachlosenunterkünfte entschieden hätten, sei man damit sehr erfolgreich. Bester Beweis dafür: Die Stadt Goslar habe derzeit keine Obdachlosen zu verzeichnen. „Natürlich kann es immer mal passieren, dass jemand durch das Raster rutscht oder bereits wohnungslos nach Goslar kommt. Die Stadt hält dazu immer ein Notzimmer in einer Pension bereit. Am Bahnhof informiert ein Aushang über Ansprechpartner und Anlaufstellen für Wohnungslose.“

Um die Angebote der Diakonischen Gesellschaft zu unterstützen, zahle die Stadt jährlich Zuschüsse. So gebe es nach einer Vereinbarung mit dem Land (der Landkreis und die Stadt Goslar zahlen für den Tagesaufenthalt Zille) einen Zuschuss für die Zille in Höhe von 48.000 Euro. Weitere 10.000 Euro seitens der Stadt kämen hinzu, um die Öffnung an Feiertagen und Wochenenden zu sichern. Die Obdachlosenversorgung unterstütze die Stadt mit 34.000 Euro.

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