Anzeige

Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen – Kritik an Baumfällungen

30. Dezember 2015
Die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen äußert in einer offiziellen Stellungnahme Kritik an der Vorgehensweise zu den Baumfällungen im Stadtgebiet. Symbolfoto: Alec Pein
Anzeige

Goslar. Die Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen äußert in einer offiziellen Stellungnahme Kritik an der Vorgehensweise zu den Baumfällungen im Stadtgebiet (regionalGoslar.de berichtete). Sie nennen die Maßnahmen an städtischen Baumbeständen und die damit verbundene Abfrage der Ratsmitglieder eine Farce. Die Mitteilung veröffentlichen wir ungekürzt und unkommentiert. 

Anzeige

Mitteilung der Ratsfraktion Bündnis 90/Die Grünen

„Schade, dass die Haushaltsberatungen schon vorbei sind, ich hätte gerne eine Aufstockung der Mittel für Fortbildungen beantragt und den Mitarbeitern des Bauamtes eine Zwangsfortbildung zum Thema Ökologie verordnet!“ so Sabine Seifarth, Ratsmitglied für Bündnis90/Die Grünen.
Was ist passiert?
Nachdem Anfang Dezember den Ratsmitgliedern eine Liste der geplanten Baumfällmaßnahmen der kommenden Wochen zur Kenntnis gegeben wurde, legte die Grüne Ratsfraktion Widerspruch gegen die Fällung von 4 Lärchen ein, deren abgeworfene Nadeln die Anlieger im Herbst störten. Eigentlich war der Widerspruch aber egal, denn die Verwaltung ließ die Lärchen ungeachtet des Widerspruchs fällen. Im Nachhinein kam, eben mal per Ratspost, eine Mitteilung es gäbe in „geeigneter Weise Ersatz“. Dieser Ersatz kann ja dann mit den Anliegern abgesprochen werden, damit er eher genehm ist als die gefällten Bäume. Jedoch kann es ein junger Baum bezüglich der CO2- Bindung und seiner positiven Wirkung als Stadtgrün niemals mit einem alten Exemplar aufnehmen.

Der laxe Umgang der Verwaltung mit Baumfällungen äußert sich alleine schon in der aufgestellten Liste. Von den 23 Bäume, die zur Fällung vorgesehen sind, sollen 17 nur deshalb entfernt werden weil sie den Anwohnern „nicht passen“. Laub-/Nadelwurf, Schatten, über das Dach hängender Bewuchs und andere, wenig relevante Begründungen werden angeführt. Gibt es Widersprüche seitens der Ratsfraktionen wird „zufällig“ schon vorher gefällt. Dabei sind solche Probleme mit regelmäßiger und fachgerechter Baumpflege gut zu vermeiden. Diese kostet allerdings und ein gefällter Baum verursacht eben keine Kosten und mehr und stellt die Anwohner zufrieden. Frei nach dem Motto: Stadtgrün ja. Aber bitte nicht vor meiner Haustür!

Auch am Thomaswall sollen wertvolle alte Eichen und Linden gefällt werden, obwohl der Wald dort teilweise als ein nach Bundesnaturschutzgesetz geschütztes Biotop erfasst ist. Das Totschlagargument „Verkehrssicherungspflicht“ zieht jedoch nicht immer. Gerade die alten Bäume mit ihren Asthölungen und Totholz haben eine wichtige Funktion als Quartierbäume für Fledermäuse, Spechte oder Waldkauz und Co. Und diese Arten sind, ebenso wie ihre Lebensstätten, den Bäumen, ebenfalls streng geschützt. Daher ist ein gründliches Abwägen zwischen Verkehrssicherung, Pflegemaßnahmen und Artenschutz genauso zwingend notwendig, wie die entsprechenden Haushaltsmittel zur Baumpflege. Zitat aus der natuschutzfachlichen Bewertung der östlichen Goslarer Wallanlagen des Büros „alnus“, vom September 2011: “Zusammenfassend ist festzustellen, dass der natuschutzfachliche Wert der Einzelbäume in den Wallanlagen nach Anzahl, Artenspektrum, räumlicher Verteilung und Habitatqualität für eine innerstädtische Parkanlage hervorragend ist und den Wert typischer Parkanlagen vieler anderer Orte deutlich übersteigt“

Sabine Seifarth, Jochen Baldauf, Holger Plaschke.

Anzeige
Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: goslar@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05321 / 38 11 878
Anzeigen
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztlicher Notdienst: 116 117
Elterntelefon: 0800 111 0 550
Feuerwehr-Notruf: 112
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006