Anzeige

Stadt-Erbschaft: Bürgerliste verlangt Einhaltung des Testments

9. November 2017
Der Chef der Bürgerliste, Henning Wehrmann, plädiert dafür, die testamentarischen Vorgaben genau umzusetzen. Foto: Werner Heise
Anzeige

Goslar. Im Zusammenhang mit der Erbschaft von knapp 300.000 Euro zugunsten der Stadt Goslar (regionalGoslar.de berichtete) fordert die Ratsfraktion der Bürgerliste Goslar und Vienenburg, den testamentarischen Willen der Erblasserin ohne Abstriche umzusetzen.

Anzeige

Das Ansinnen, das Erbe in das Projekt Kulturmarktplatz einfließen zu lassen, bewertet Bürgerlisten-Fraktionsvorsitzender Henning Wehrmann als unzulässigen Klimmzug der Verwaltung, um den eigentlichen Sinn des Testaments auszuhebeln.

Ein Gebäudeensemble, das zum Zeitpunkt der Testamentserstellung gerade einmal 50 Jahre und in Teilbereichen nicht einmal 15 Jahre alt war, kann wohl kaum unter dem Begriff „altertümlicher Gebäudebestand“ erfasst werden. Dabei kann auch der Aspekt, dass Teile des Gebäudekomplexes der ehemaligen Kaiserpfalzschule zwischenzeitlich zum Baudenkmal erklärt wurden, keine Rolle spielen. Nach dem Denkmalschutzgesetz ist in den letzten Jahren eine ganze Reihe moderner und zeitgeistiger Gebäude unter Schutz gestellt worden – wie beispielsweise Tankstellen aus den 1950er-Jahren. Zu „altertümlichen Gebäuden“ werden diese Objekte nach Auffassung der Bürgerliste dadurch noch lange nicht.

Die Erblasserin will das Geld nicht für moderne Kunst verwendet sehen

Die Fraktion warnt auch nachdrücklich vor einer Finanzierung der „modernen Kunst“ am Bau durch die Hintertür. Wehrmann verweist darauf, dass beim Kulturmarktplatz aufgrund der Kostenexplosion von 8,6 auf 10,6 Millionen Euro die moderne Fassadenkunst lediglich zurückgestellt aber nicht endgültig gestrichen wurde. Die Bürgerliste sieht Anzeichen, dass die Verwaltung die zusätzlichen Mittel aus der Erbschaft zur Entlastung des Baukostenvolumens einsetzen und damit den finanziellen Spielraum schaffen will, um die moderne Kunst doch noch zu finanzieren. Damit würde aber der letzte Wille der Erblasserin ausgehebelt, der moderne Kunst ausdrücklich ausschließt.

In einem Änderungsantrag fordert die Bürgerliste den Rat daher auf, das Geld in ein tatsächlich altertümliches Gebäude – nämlich das historische Rathaus umzuschichten.

Lesen Sie dazu auch:

Unerwarteter Geldsegen: Stadt erbt knapp 300.000 Euro

Anzeige
Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: goslar@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-26
Anzeigen
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztlicher Notdienst: 116 117
Elterntelefon: 0800 111 0 550
Feuerwehr-Notruf: 112
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006