Den Mangel bekämpfen – Asklepios gründet Pflegeschule in Goslar

2. Dezember 2019 von
14 neue Auszubildende zur Pflegefachkraft starteten heute ihre Ausbildung in der frisch eröffneten Asklepios-Pflegeschule. Fotos: Marvin König
Goslar. Asklepios läutet mit zwei großen Schritten die Zukunft der Pflege in der Region ein. Die Asklepios-Kliniken in Göttingen, Seesen und Goslar haben den neuen "Asklepios Bildungsverbund Südniedersachsen" gegründet. Zum Auftakt wurde - gemeinsam mit den ersten 14 Auszubildenden in der neuen Einrichtung - die erste eigene Krankenpflegeschule im Rahmen einer Feierstunde offiziell eröffnet.

In der neuen Bildungseinrichtung von Asklepios in der Baßgeige (Magdeburger Kamp 2) wird die dreijährige Ausbildung zur Pflegefachkraft angeboten. In Kooperation mit den Berufsbildenden Schulen (BBS) Bad Harzburg und weiteren Unterstützern soll so die Zukunft der Pflege in der Region gesichert werden. Denn die Zeit läuft – neben den stetig neuen Pflegekräften, die auch wegen des demografischen Wandels benötigt werden, wartet auch der Ruhestand auf viele ältere Mitarbeiter:

„In den nächsten Jahren wird es dramatischer werden, weil wir auch einen gewissen Altersdurchschnitt bei unseren Mitarbeitenden haben und wir werden auch in den nächsten zehn Jahren auch eine ganze Menge Mitarbeiter verlieren, die in den Ruhestand gehen. Und die müssen wir ja immer wieder ersetzen. Und deutschlandweit gibt es viele Einrichtungen, die gar nicht ausbilden also, müssen wir immer über den eigenen Bedarf hinaus ausbilden“, mahnt Adelheid May, Geschäftsführerin der Asklepios-Harzkliniken Goslar.

Unterstützung weit über die Ausbildung hinaus

Die Idee, selbst eine Ausbildungsoffensive auf die Beine zu stellen stamme aus dem Anspruch, die geballte Erfahrung aller Fachgebiete des Asklepios-Konzerns in einer qualitativen Ausbildung zu vereinen. Kerstin Schmidt, Pflegedirektorin der Harzkliniken erklärt die Vorteile einer Ausbildung in Klinik-Trägerschaft: „Wir gewinnen die Stärke aus der Gemeinschaft aus unserer Asklepios-Familie. Wir haben dadurch die Möglichkeit, die Kollegen auch nach ihrer Ausbildung weiterzuvermitteln und zu unterstützen. Die Pflegeschüler erhalten alle von uns eine Übernahmegarantie im Asklepios-Konzern. Das heißt, wer gerne auf Sylt arbeiten möchte, kann auf Sylt arbeiten, wer in Hamburg arbeiten möchte, kann nach Hamburg oder wer ins schöne Weißenfels will, kann auch nach Weißenfels gehen.“ 

In Zukunft werde es am neuen Standort auch um die Fort- und Weiterbildung von examinierten Pflegekräften gehen. Hierbei werde die neue Vereinigung mit zahlreichen Kooperationspartnern wie beispielsweise ambulanten Pflegediensten, psychiatrischen Einrichtungen und anderen Institutionen aus den Regionen zusammenarbeiten. Mit dem nun begonnenen Projekt wolle man die Ausbildung in der Region noch attraktiver, die einzelnen Ausbildungseinrichtungen noch schlagkräftiger machen. Die bestehenden Ausbildungseinrichtungen in Göttingen und Seesen werden weiterentwickelt – Leistungen sollen gebündelt werden. So soll das Bildungszentrum Seesen beispielsweise im Rahmen des neuen Ausbildungsverbundes ab dem Jahr 2020 mindestens die doppelte Anzahl an Ausbildungsplätzen bereitstellen. 

Ausschlaggebend für den Start an diesem Datum seien die neuen Rahmenbedingungen im Pflegeberufegesetz gewesen: „Es ist ja ein sehr ungewöhnliches Datum, so kurz vor Weihnachten. Aber die Bewerberzahlen geben uns einfach recht, dass der Wunsch sich im Pflegebereich ausbilden zu lassen da ist. Wir waren sehr überrascht von der großen Nachfrage – wir sind ja erst vor zwei Monaten an den Start“, äußert sich Schmidt erfreut. Die neue Schulleiterin Beata Boronczyk bringt es auf den Punkt: „Wir sprechen beide Sprachen: schulisch und praxisch.“

Der Kuchen blieb lange unangetastet – er war extra für die Eröffnung der neuen Pflegeschule gebacken worden.

Engagement für die Region

Drei Lehrer starten mit den ersten 14 Schülern in die Ausbildung zur Pflegefachkraft. Nach und nach soll die Krankenpflegeausbildung an diesem Standort erweitert werden. Adelheid May bezeichnet die Schule als ein „Samenkorn“: „Wir starten jetzt mit einem Kurs und werden im Herbst 2020 den nächsten Kurs dazunehmen der hoffentlich auch 25 Schüler oder mehr hat, wir werden neue Räume dazubekommen, aber wir werden auch deutlich mehr an Fläche dazu bekommen.“ Ziel sei es laut Sabrina Lemke, der stellvertretenden Leiterin des Konzernbereichs Pflege, mit geplanten 144 Plätzen einen Ort zu schaffen, an welchem man die Pflege professionalisieren kann. 

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