Die Polizei warnt vor Trickbetrügern

11. Juli 2019
Foto: Polizei
Goslar. Die Polizei Goslar warnt aus aktuellem Anlass erneut vor der Betrugsmasche "Enkeltrick" und "falsche Polizeibeamte", obwohl die Angerufenen immer seltener auf die Betrugsmasche hereinfallen und häufig sofort unter der Notrufnummer 110 die richtige Polizei informieren.

Am Montagvormittag wurde eine 83-jährige aus Langelsheim von ihrem vermeintlichen Enkel angerufen. Er erzählte ihr, er brauche 18.000 Euro für ein neues Auto. Dies sei eine Überraschung und sie dürfe mit niemandem darüber reden. Daraufhin fuhr sie mit einem Taxi, das der Betrüger für sie bestellt hatte, zur örtlichen Bank und versuchte 6.000 Euro abzuheben. Hier konnten ein aufmerksamer Bankmitarbeiter und die zufällig anwesende Tochter den Betrug verhindern. Allerdings war die ältere Dame nach wie vor davon überzeugt, sie habe mit ihrem Enkel gesprochen. Auch nachdem der wahre Enkel ihr in einem Telefonat gesagt hatte, er habe sie nicht angerufen.

In der letzten Woche wurden mehrere Anwohner aus Braunlage Opfer von Anrufen falscher Polizeibeamter. Erfreulicherweise waren alle Angerufenen aufmerksam und es blieb bei allen Taten beim Versuch. Bei dieser Betrugsart wird den Opfern bei einem Telefonanruf suggeriert, der Anrufer sei von der Polizei. Im Nahbereich des Wohnortes seien Täter nach einem Einbruch festgenommen worden, zwei Täter seien noch flüchtig. Bei den festgenommenen Tätern sei ein Zettel aufgefunden worden. Auf dem Zettel stünden Name, Adresse und die Telefonnummer des Opfers sowie die Kontodaten. Bankmitarbeiter seien in die Straftat involviert. Deshalb müssten Geld- und Wertgegenstände in Sicherheit gebracht und an einen vermeintlichen Polizeibeamten mit dem Namen „XY“, der in Kürze bei Ihnen vorbeikomme, übergeben werden. Im vergangenen Jahr waren die Täter mit dieser Vorgehensweise im Landkreis Goslar elfmal erfolgreich und erzielten dabei eine hohe Schadensumme. Diese Betrugsmasche ist bei den Tätern derzeit noch beliebter als der Enkeltrick.

Die Polizeiinspektion Goslar hat daher eine neue Aktion gestartet. An nahezu allen Bankautomaten weist nun eine Postkarte auf „falsche Polizeibeamte“ hin. Außerdem händigen Mitarbeiter der Banken ein Informationsblatt mit Warnungen vor dem Enkeltrick und falschen Polizeibeamten gezielt an ihre Kunden aus. Harald Töpfer, Beauftragter für Kriminalprävention vom Präventionsteam der Polizeiinspektion Goslar bedankt sich an dieser Stelle ausdrücklich bei allen Banken im Landkreis Goslar für ihre freundliche Unterstützung und Bereitschaft zur Mitwirkung. Er hofft, dass durch diese Aktion die Zahl der erfolglosen Versuche – durch umfassende Aufklärung von Bürgerinnen und Bürgern – weiter ansteigt: „Falsche Polizisten missbrauchen den guten Ruf der Polizei.“ Sollten Sie als Angehörige von älteren Menschen auch mitwirken wollen, sprechen Sie mit Ihnen und weisen Sie auf die Methoden und verschiedenen Varianten des Enkeltricks und falscher Polizeibeamte hin. Zudem können mit den Banken, mit Einverständnis der Kontoinhaber, Vereinbarungen über die Höhe von Geldauszahlungen getroffen werden.

Damit Sie nicht auch Opfer einer dieser Betrugsmaschen werden, beachten Sie bitte folgende Hinweise:

– Die Polizei fordert niemals Bargeld oder Wertsachen!
– Die Polizei ruft niemals mit der Telefonnummer 110 an!
– Übergeben Sie niemals Geld oder andere Werte an unbekannte
Personen!
– Geben Sie am Telefon niemals Details zu Ihren finanziellen
Verhältnissen preis!
– Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als
Verwandte, Bekannte oder Amtsträger ausgeben, die Sie als solche
nicht zweifelsfrei erkennen!
– Halten Sie nach finanziellen Forderungen unbedingt Rücksprache
mit anderen Familienmitgliedern. Rufen Sie Ihre Verwandte,
Bekannte oder Ämter und Dienststellen unter den üblichen
Telefonnummern zurück.
– Lassen Sie sich am Telefon nicht unter Druck setzen! Bewahren
Sie Ruhe und gehen Sie nicht auf derartige Forderungen ein!
– Erstatten Sie Strafanzeige bei Ihrer Polizei, falls Sie Opfer
eines solchen Betruges oder Versuches geworden sind!

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Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006