Erholungssuchende gefährden geschützten Schwermetallrasen

16. Mai 2019
Besucher gefährden Schwermetallrasen bei Lautenthal im Forstamt Seesen. Foto: Niedersächsische Landesforsten
Seesen. Erholungssuchende gefährden das zwölf Hektar große FFH-Gebiet „Schwermetallrasen bei Lautenthal“. Einige Mountainbiker und Spaziergänger hielten sich nicht an vorhandene Wege im Schutzgebiet. Darauf weist das Niedersächsische Forstamt Seesen hin.

„Besucher laufen oder fahren querfeldein und zerstören blühende Pflanzenarten, die auf den seltenen Schwermetallrasen heimisch sind. Mountainbiker haben sogar auf den geschützten Flächen Hindernisse gebaut.“, erläutert Michael Thätner vom Niedersächsischen Forstamt Seesen. Nach der Verordnung über das Landschaftsschutzgebiet „Harz (Landkreis Goslar)“, in dem das betreffende FFH-Gebiet rechtlich integriert ist, gelte zudem ein Verbot für die Anlage neuer „Sport und Freizeitwege“.

Forstamt will Informationstafel aufstellen

Die Niedersächsischen Landesforsten und die untere Naturschutzbehörde Goslar bitten Besucher daher, die Wege dort nicht zu verlassen und mitzuhelfen, die blühenden Spezialisten zu bewahren. Künftig solle eine Informationstafel über das FFH-Schutzgebiet informieren und die darin vorkommenden seltenen Pflanzenarten beschreiben, kündigt Betriebsdezernent Thätner an.

Die Schwermetallrasen seien eine Folge der Bergbauaktivitäten in der ehemaligen Bergbaustadt Lautenthal. Das gewonnene Erz wurde im Innerstetal aufbereitet. Der Abraum wurde auch entlang der Hahnenkleerstraße in Lautenthal aufgehäuft. Dieser schwermetallhaltige Abraum biete die Grundlage für sehr seltene Pflanzenarten der Schwermetallvegetation. Im Gegensatz zu den meisten anderen Pflanzen sei für diese Spezialisten die hohe Schwermetallkonzentration nicht schädlich.

Nur wenige Flächen für „Spezialisten“

Im Harz finde man die sogenannte Galmeigrasnelken-Gesellschaft, die sich an der niedrigwüchsigen Pflanzendecke erkennen lasse. Diese sogenannten Metallophyten kennzeichnen hauptsächlich drei Arten: Zu diesen gehören die Galmei-Grasnelke (Armeria maritima ssp. halleri), die Galmei-Frühlings-Miere (Minuartia verna subsp. Hercynica) und der Traubenkropf (Silene vulgaris). Als Spezialisten könnten sie erhöhte Konzentrationen von Blei, Kupfer, Zink oder Cadmium im Boden vertragen. Weil es nur noch wenige solcher Standorte gebe, wurde der Schwermetallrasen bei Lautenthal und dessen seltene Lebensgemeinschaft in das EU –Programm Natura 2000 aufgenommen und geschützt.

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