Freiwillige Feuerwehr – Spagat zwischen Einsatz und Alltag

9. Oktober 2018 von
Goslars Kreisbrandmeister Uwe Fricke spricht vor allem den Arbeitgebern ein großes Dankeschön aus. Symbolbild: Sandra Zecchino
Goslar. Wenn der Alarm losgeht, lassen die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren alles stehen und liegen, um Brände zu bekämpfen oder bei anderen Notfällen zu helfen. Und das kommt immer häufiger vor, dann die Anzahl der Einsätze steigt kontinuierlich an.

War es im vergangenen Jahr das Hochwasser das die Wehren auf Trab hielt, sorgten in diesem Jahr Wald- und Feldbrände aufgrund der großen Trockenheit für Einsatzzahlen nahe der Belastungsgrenze. Und nicht nur die extremen Wetterphänomene der letzten beiden Jahre führten zu einem Anstieg der Einsätze. Wie ein Blick in die Statistik der Einsatzleitstelle des Landkreises zeigt, stieg zwischen 2013 und 2017 die Zahl um über 35 Prozent und auch für 2018 wird ein erneuter Anstieg prognostiziert.

Goslars Kreisbrandmeister Uwe Fricke betrachtet diese Entwicklung mit Sorge, weiß er doch aus eigener Erfahrung, wie schwierig es mitunter ist, Ehrenamt, Beruf, Familie und Freunde unter einen Hut zu bekommen.

„Bei allem Engagement und aller Einsatzbereitschaft dürfen wir nicht vergessen, dass unsere Feuerwehrfrauen und –männer ehrenamtlich tätig sind. Das heißt, dass sie neben ihrem zeit- und kraftaufwändigen Einsatz für unsere Feuerwehren in erster Linie einer ganz normalen Berufstätigkeit nachgehen. Dieser Spagat wird vor allem vor dem Hintergrund der steigenden Einsatzzahlen im vergangenen und diesem Jahr nicht einfacher“, erläutert Kreisbrandmeister Fricke die schwierige Situation.

Anzahl der Einsätze laut Statistik des Einsatzleitstelle des Landkreises Goslar. Diagramm: Sandra Zecchino

Ein Dankeschön an alle Arbeitgeber

Aus Sicht Frickes hat nicht zuletzt der Moorbrand in Meppen – zu denen hiesige Feuerwehrleute im Rahmen des Katastrophenfalles und anschließend der Amtshilfe ausrückten – diese Problematik nochmals bestätigt, weshalb der Kreisbrandmeister vor allem den Arbeitgebern ein großes Dankeschön aussprechen möchte.

„Für die betroffenen Arbeitgeber ist die Situation alles andere als einfach“, sagt Fricke, „deshalb ist es mir ein Bedürfnis, mich für die immer wieder praktizierte Bereitschaft, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter für den Einsatz vom Dienst freizustellen, zu bedanken. Das ist nicht selbstverständlich, für die Sicherheit unserer Bevölkerung aber unerlässlich.“

Auch bei der Kreisverwaltung in der Goslarer Klubgartenstraße ist man der schwierigen Situation der Arbeitgeber gewahr. Erste Kreisrätin Regine Körner unterstützt deshalb die Initiative des Kreisbrandmeisters. „Blicken wir auf den Einsatz beim Moorbrand in Meppen ist es ja nicht allein mit der Arbeit am Einsatzort getan, sondern die Vorbereitungen verschlingen ebenfalls Zeit, in denen Arbeitgeber auf ihre Angestellten verzichten müssen. Soweit ich informiert bin, hat der Einsatz in Meppen mit Vor- und Nachbereitung mindestens zehn Tage beansprucht“, so Erste Kreisrätin Regine Körner.

Um auch künftig den hohen Anforderungen Rechnung tragen zu können, sind die Orts- und Gemeindefeuerwehren weiterhin auf die Unterstützung durch Arbeitgeber aber natürlich auch auf den Rückhalt der Familien und Freunde angewiesen.

„Ein auf Ehrenamt basierendes Brandschutzwesen“, so Erste Kreisrätin Regine Körner, „kann nur funktionieren, wenn alle Beteiligten dafür ihren individuellen Beitrag leisten. In der jüngeren Vergangenheit haben wir aufs Eindrucksvollste erlebt, wie wertvoll die Arbeit unserer Feuerwehren und weiteren Hilfsorganisationen wie DRK und THW im Ernstfall ist. Ohne das schnelle und professionelle Eingreifen dieser Menschen, wären viele Gefahrensituationen beileibe nicht so glimpflich ausgegangen, wie sie es am Ende glücklicherweise sind.“

Medienpartner
Anzeigen
Kontakt zur Redaktion
Sie erreichen unsere Redaktion 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche per
E-Mail: goslar@regionalheute.de
und montags bis freitags von 9 Uhr bis 17.30 Uhr per
Telefon 05331 / 88 27-26
Anzeigen
Telefonnummern
Apotheken-Notdienst: 22 8 33
Ärztlicher Notdienst: 116 117
Elterntelefon: 0800 111 0 550
Feuerwehr-Notruf: 112
Kartensperrungs-Notruf (für alle): 116 116
Kinder- und Jugendtelefon: 0800 / 111 0 333
Polizei-Notruf: 110
Rettungsdienst-Notruf: 112
Telefonseelsorge (evangelisch): 0800 / 111 0 111
Telefonseelsorge (katholisch): 0800 / 111 0 222
Weisser Ring Opfertelefon: 116 006