Harzkliniken: Zonta informierte sich über „Unit Dose“

22. Februar 2019
Jannis Fey, Klinikmanager der Asklepios Harzkliniken (vorne rechts), und weitere Mitarbeiter empfingen den Zonta-Club Goslar St. Barbara, zeigten den Mitgliedern die Apotheke und den hochmodernen Medikamente-Automaten „Unit Dose“. Foto: Asklepios Harzkliniken
Goslar. Rund 20 Mitglieder des Serviceclubs Zonta, Goslar St. Barbara, informierten sich im Rahmen ihrer monatlichen Treffen bei der Apothekenleitung der Asklepios Harzkliniken in der Harzklinik Goslar. Bei einem Rundgang wurde das vollautomatische computergestützte Medikamente-Verpackungssystem „Unit Dose“ vorgestellt, wie die Kliniken berichten.

Mechthild Wenke und Birte Jerkel von der Apotheke der Harzkliniken zeigten den Frauen, darunter unter anderem auch viele Führungskräfte, bei einem Rundgang das vollautomatische computergestützte Medikamente-Verpackungssystem „Unit Dose“ und erklärten Abläufe und Aufgabe einer Apotheke im Klinikalltag. Der Dialog wurde bei Snacks und Getränken fortgesetzt. Der Versorgungsauftrag der Krankenhausapotheke der Asklepios Harzkliniken umfasst auch weitere Kliniken. 37 Apothekenmitarbeiter kümmern sich um die Arzneimittelversorgung der Patienten an 11 Klinikstandorten in Niedersachsen. Klinikmanager Jannis Fey begrüßte die Besucher im Namen der Klinikleitung.

Die Zonta-Mitglieder des regionalen Clubs Goslar St. Barbara wären das erste Mal in der Harzklinik zu Gast gewese und hätten sich unter anderem über die High-Tech-Versorgung informiert. „Unit Dose“ sei einzigartig im Landkreis Goslar und in weiten Teilen Niedersachsens, in Deutschland gebe es nur wenige dieser Automaten. In der Harzklinik Goslar sei das neueste Modell etabliert im vergangenen Jahr etabliert worden. Die Asklepios Kliniken Schildautal in Seesen seien seit dem 8. Oktober an den hochmodernen Apparat angeschlossen. Die Pflegekräfte werden durch die innovativen Maßnahmen deutlich entlastet, sagen die Fachleute. Investitionsvolumen allein von Unit Dose und der damit verbundenen High-Tech: rund vierhunderttausend Euro, zusammen mit dem Projekt der Stationsapotheker, der Software und dem WLAN-Ausbau insgesamt rund eine Million Euro.

Das ist Zonta

Zonta, das sei ein Serviceclub – wie beispielsweise Lions und Rotary- mit langer Tradition, aber nur für Frauen. Weltweit würden in 63 Ländern mehr als 1.200 solcher Clubs mit über 30.000 Mitgliedern bestehen. „Wir legen Wert auf Vielfalt – die Mischung von Berufen, Talenten, Generationen und unterschiedlichen Sozialisationen“, heißt es auf der Zonta-Webseite. Zonta sei 1919 in den USA als erste weibliche Service-Organisation gegründet worden. Der Name Zonta wäre dabei der Symbolsprache der Sioux Indianer entlehnt worden und bedeute: ehrenhaft handeln, vertrauenswürdig und integer sein. Die Gründerinnen hätten ihn als Anspruch an das eigene Handeln gewählt. Ziel von Zonta sei es demnach, Kontakte zwischen Frauen verschiedener Nationen und generell die internationale Verständigung zu fördern. Die Mitglieder vertreten eine hohe ethische Berufsauffassung und treten dafür ein, staatsbürgerliche, soziale und kulturelle Aufgaben zu stärken und sich für deren Erfüllung einzusetzen. Dafür engagieren sie sich auf lokaler, nationaler und internationaler Ebene mit Programmen, Projekten, Preisen und Stipendien.

Was ist eigentlich „Unit Dose“?

Der Automat zur Verpackung von Medikamenten besteht aus zwei Modulen, ist knapp vier Meter breit und zwei Meter hoch. Derzeit werden dort allein am Klinik-Standort Goslar pro Tag 1800 Medikamenten-Tütchen verpackt, im Schnitt pro Tag für 190 Patienten. Bis Ende 2018 sollen auch die Standorte in Clausthal-Zellerfeld, Bad Harzburg an den hochmodernen Automaten angebunden werden. Das Besondere: Er stellt vollautomatisch Arzneimittel individuell, patientenspezifisch nach der ärztlichen Verordnung zusammen. Das System ist an eine Medikations-Software angebunden, die bei der Erfassung der Verordnung durch den Arzt automatisch die neuesten Laborwerte des Patienten, Wechselwirkungen zwischen den einzelnen Medikamenten und weitere Informationen aus der Apotheke einbezieht. Natürlich wird die zusammengestellte, individuelle Medikamenten-Dosis für die Patienten dann zusätzlich noch mehrfach kontrolliert, auch von Apothekern selbst.

Unit Dose ist nur einer von mehreren „Bausteinen“, die in den Harzkliniken etabliert werden, um das Risiko von Medikationsfehlern weiter zu verringern, denn Patientensicherheit genießt dort höchste Priorität. Die Harzkliniken hatten bereits im Jahr 2015 ein Pilotprojekt gestartet – eines der wenigen dieser Art in Deutschland -, bei dem die Bereitstellung und die Ausgabe von Medikamenten neu organisiert wurden. Bei dem System überprüfen ein Pharmazeutisch- technischer Assistent (PTA) und eine Apothekerin der Kliniken die Medikation gemeinsam, ob also die Auswahl der Medikamente und die geplante Dosierung stimmen. Die Zusammenarbeit mit den Ärzten wurde so bereits intensiviert. Durch das Pilotprojekt konnten zweifelsfrei Medikationsfehler vermieden werden. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zur Erhöhung der Patientensicherheit erbracht. Zudem wurde unterstützend eine neue Medikationssoftware, „Meona“, eingeführt.

Mit den „Stationsapothekern“ wurde nun eine weitere Dimension der Zusammenarbeit zwischen Apothekern und Ärzten erreicht. Immer wieder mal kann es bundesweit in Kliniken bei der Verschreibung oder Ausgabe von Medikamenten vereinzelt zu Fehlern kommen, etwa durch eine unleserliche Handschrift auf einem Rezept oder durch andere Irrtümer. Die Asklepios Harzkliniken und die Schildautal Kliniken haben dieses bundesweite Phänomen erkannt und nun vorzeitig reagiert. Sie können damit, auch aufgrund von Hinweisen von Patienten, Pflegekräften und Ärzten, Verbesserungen in der Arzneimitteltherapie herleiten. Gleichzeitig erhofft man sich davon, dass Wechselwirkungen verschiedener Medikamente möglichst verhindert oder aber schneller erkannt werden.

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