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IG BAU: Vollzeit-Beschäftigten könnte im Alter Hartz IV drohen

6. September 2018
Arbeiten im Alter: Viele Rentner sind auf einen Minijob angewiesen, um über die Runden zu kommen. Die IG BAU macht sich für mehr Tarifbindung stark – als Schutz vor Altersarmut. Foto: IG BAU
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Helmstedt/Salzgitter/Goslar. Gefangen im Niedriglohn: Viele Vollzeit-Beschäftigte in den Landkreisen Helmstedt und Goslar sowie der Stadt Salzgitter verdienen weniger als 2.200 Euro brutto im Monat. Das berichtet die Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt, Bezirksverband Braunschweig-Goslar, in einer Pressemitteilung.

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Im Landkreis Helmstedt seien dies 4.100 Vollzeit-Beschäftigte und 31 Prozent aller Menschen, die sozialversicherungspflichtig die volle Stundenzahl arbeiten. Im Landkreis Goslar betrifft das 7.600 Vollzeit-Beschäftigte und 28 Prozent der sozialversicherungspflichtig voll Arbeitenden. In Salzgitter sind es 3.600 Beschäftigte und 11 Prozent.

Darauf hat die IG Bauen-Agrar-Umwelt hingewiesen. Die IG BAU Braunschweig-Goslar beruft sich dabei auf eine aktuelle Statistik der Arbeitsagentur.

Die IG BAU warnt

Gewerkschafter Karl-Heinz Ehrenberg warnt: „Wer heute in Vollzeit weniger als 2.200 Euro verdient, der ist mit hoher Wahrscheinlichkeit im Alter auf staatliche Stütze angewiesen.“ Das ergebe sich aus Berechnungen der Bundesregierung. Danach muss ein Vollzeit-Arbeitnehmer im Schnitt mindestens 12,63 Euro pro Stunde verdienen, um nach 45 Beitragsjahren bei der Rente oberhalb der staatlichen Grundsicherung zu landen. „Einige werden zwar das Glück haben, dass der Ehepartner besser verdient und so die Renten-Haushaltskasse später aufbessert. Doch für viele ist die Rente selbst dann extrem knapp“, sagt Ehrenberg.

„Unhaltbarer Zustand“

Für den IG BAU-Bezirksvorsitzenden ist das ein unhaltbarer Zustand: „Altersarmut trotz Vollzeit – das kann nicht sein. Wer jeden Tag acht Stunden malocht, der muss von seiner Arbeit auch leben können.“ Ehrenberg spricht von einem Ausufern des Niedriglohnsektors, dem die Politik zu lange zugeschaut habe: „Bei vielen Beschäftigten ist die Angst groß, in Hartz IV abzurutschen. Deshalb akzeptieren sie auch Niedriglöhne. Etliche Unternehmen nutzen das schamlos aus. Sie zahlen kaum mehr als den gesetzlichen Mindestlohn.“

Dabei hätten die meisten Betriebe durchaus Spielräume, mehr zu bezahlen. „Wer sich als Dumping-Unternehmer nur mit dem gesetzlichen Mindestlohn am Markt behauptet, der sollte sein Geschäftsmodell ohnehin überdenken“, so Ehrenberg.

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