Keine erhöhte Dioxinbelastung in Böden in Oker und Harlingerode

28. März 2019
Die Proben liegen alle unter den Grenzwerten. Symbolfoto: Pixabay
Harlingerode/Oker. Die Anfang dieses Monats vom Landkreis Goslar genommenen Bodenproben an insgesamt zwölf Standorten im Bereich Oker/Harlingerode weisen keine erhöhten Dioxin- und Furanwerte auf. Dies ist das Ergebnis der Voranalyse, das die Kreisverwaltung gestern im Rahmen der zweiten Beiratssitzung zum umweltmedizinischen Gutachten bekanntgab. Dies teilt der Landkreis Goslar mit.

Die gute Nachricht dürfte vor allem für die Kindergärten und Grundschulen in diesem Gebiet interessant sein, denn die im Untersuchungsbericht aufgeführten Ergebnisse würden deutlich machen, dass alle gemessenen Werte (bezieht auch Schwermetallbelastungen ein) keinerlei Grund zur Beunruhigung liefern und die Prüf- und Maßnahmenwerte für Kinderspielflächen gemäß der Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung deutlich unterschritten werden.

Vor diesem Hintergrund könne bereits mit den nun vorliegenden Ergebnissen konstatiert werden, dass es im Raum Oker/Harlingerode kein Problem mit dioxinbelasteten Böden gebe. Ferner würden sich diese Ergebnisse auch eignen, um erste Rückschlüsse auf Dioxinemissionen aus der Luft und anderen Quellen zu ziehen. Denn Böden gelten als „Langzeitsammler“, die eingetragene Dioxine langfristig binden und auch über Jahre nicht signifikant abbauen. Somit dürfte es eher unwahrscheinlich sein, dass es in der Vergangenheit extrem starke Dioxinemissionen gegeben habe. Allerdings lasse sich aus diesen Ergebnissen nicht ableiten, wie die aktuelle Belastungssituation der Luft sei. Hier müssten die geplanten Luftuntersuchungen abgewartet werden, die das Niedersächsische Umweltministerium auf Anregung des Landkreises durchführen wolle.

Kindergärten und Schulen nicht betroffen

Neben den Dioxinen und Furanen wären die Böden auch auf Stoffe wie Antimon, Arsen sowie die Schwermetalle Blei, Cadmium, Kupfer, Nickel, Quecksilber, Thallium und Zink untersucht worden. Diese Ergebnisse entsprächen den Erwartungen. Die Blei-, Zink- sowie Cadmiumgehalte in den Böden sei hoch und bestätigen die bekannten harztypischen Belastungen des Bodenplanungsgebietes. Und auch mit Blick auf Arsen- und Kupferbelastung seien erhöhte Gehalte festgestellt worden. Alle übrigen Metalle wären nicht auffällig beziehungsweise würden in diesen Konzentrationen auch in anderen Siedlungsgebieten vorkommen. Die Böden der Kindergärten und Grundschulen in Oker und Harlingerode seien von diesen Erkenntnissen im Übrigen nicht betroffen. Auf allen vier Grundstücken wären keine erhöhten Schwermetallbelastungen nachgewiesen worden. Der endgültige Untersuchungsbericht zu den Bodenuntersuchungen werde in der kommenden Woche erwartet.

Um die Aufklärung rund um die Dioxin-Grenzwertüberschreitungen voranzutreiben, die in den vergangenen Wochen auch ein großes Echo in überregionalen Medien erfahren haben, habe Landrat Thomas Brych wie angekündigt am Freitag vergangener Woche einen Fragenkatalog an Niedersachsens Umweltminister Olaf Ließ überreicht. Die dort formulierten Fragen sollen im Rahmen der Infoveranstaltung am 6. Juni beantwortet werden, dies wurde dem Chef der Goslarer Kreisverwaltung zugesichert.

Hintergrundinformationen zu den Bodenproben

Bei den Bodenuntersuchungen an zwölf Standorten in Oker und Harlingerode wurden jeweils die obersten fünf Zentimeter des Bodens auf Dioxine und Furane (kurz Dioxine genannt) sowie auf Arsen und Schwermetalle untersucht. Bei den Proben habe es sich um so genannte „Worst-Case-Proben“ gehandelt, die ganz bewusst auf Flächen genommen wurden, die seit Jahrzehnten brach liegen. Das positive Kernergebnis laute: Alle Dioxin- und Furanwerte unterschreiten die Maßnahmenwerte für Kinderspielflächen gemäß Bundes-Bodenschutz- und Altlastenverordnung deutlich. Dieser Maßnahmenwert liege bei 100 Nanogramm pro Kilogramm Boden. Die Messwerte liegen zwischen 3 Nanogramm pro Kilogramm und 25 Nanogramm pro Kilogramm.

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