Konservierter Schiefer kommt zurück an die Mönchehaus-Fassade

6. Mai 2019
Der älteste Schieferbehang Deutschlands kommt zurück an die Fassade. Foto: Anke Donner
Goslar. Das bundesweite Pilotprojekt „Schieferkonservierung“ am Beispiel Mönchehaus, dem ältesten bekannten Schieferbehang Deutschlands, geht die nächste Phase. Dazu wird das Mönchehaus Museum ab Mittwoch eingerüstet. Dies teilt die Stadt Goslar mit.

Seinen Anfang habe das Projekt 2015 genommen. Am Beispiel des Mönchehauses wären seitdem neuartige Methoden zur Sicherung und Bewahrung des originalen Schieferwandbehangs untersucht und angewandt worden. Goslarer Tonschiefer sei heute sehr selten. Die Schiefersteinbrüche seien seit etwa 1970 nicht mehr in Betrieb. Deshalb müssten bei Instandsetzung immer öfter Ersatzmaterialien verarbeitet werden. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördere das Projekt mit rund 120.000 Euro. Das Vorhaben werde durch eine interdisziplinäre Projektgruppe unter Leitung des Landesamtes für Denkmalpflege bearbeitet.

Verschiedene Verfahren getestet

Die rund 1.000 Platten des Mönchehaus-Behangs wären vorsichtig abgenommen und in sieben Schadensklassen eingeteilt worden. An den, meist durch Umwelteinflüsse, am stärksten beschädigten Platten wären verschiedene Mittel und Verfahren getestet worden, wie sie am besten zu konservieren seien. Neben der optimalen Behandlungsart sollte auch das Verfahren gefunden werden, das am besten geeignet sei, den Zustand der Schieferplatten zu kontrollieren. Der so konservierte Schiefer solle nun ab Samstag, 11. Mai, durch die Mitglieder des Goslarer Schieferdeckergewerkes wieder angebracht werden. Das dafür erforderliche Hängegerüst werde ab Mittwoch an der Südfassade des Mönchehauses aufgebaut.

Mitglieder der Projektgruppe, sowie Teilnehmer der zeitgleich stattfindenden Jahrestagung der Gesellschaft für Bautechnikgeschichte in Hannover, werden am Samstag die Baustelle besuchen. Beteiligt seien an der Projektgruppe neben dem Goslarer Gebäude Management, dem NLD und der Deutschen Bundesstiftung Umwelt außerdem die Amtliche Materialprüfanstalt der Freien Hansestadt Bremen, die Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe, der Studiengang Konservierung und Restaurierung der Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst in Hildesheim, die Materialuntersuchungen im Bestand und Zentrum für Materialkunde von Kulturgut GmbH & Co. KG sowie Skasa-Restaurierung aus Wolfenbüttel.

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