Landkreis bittet Landesgesundheitsamt um eine Machbarkeitsstudie

8. April 2019
Symbolfoto: Archiv
Goslar. Die Projektgruppe „umweltmedizinisches Gutachten Oker/Harlingerode“ hat einen ersten wichtigen Zwischenschritt auf dem Weg zu einem aussagefähigen Gutachten bis Ende 2020 gemacht: Es wurde beschlossen, welche konkreten Fragestellungen die dem Gutachten vorgeschaltete Machbarkeitsstudie behandeln soll. Das berichtet der Landkreis in einer Pressemitteilung.

Demnach konnte nun das Niedersächsische Landesgesundheitsamt (NLGA) um eine entsprechende Machbarkeitsstudie gebeten werden. Diese Machbarkeitsüberlegungen beschränken sich nicht allein auf die technisch-organisatorische Durchführbarkeit von Untersuchungsansätzen, sondern sollen vor allem die Möglichkeiten und Grenzen der Interpretation möglicher Untersuchungsergebnisse kritisch hinterfragen. Diese kritische Durchsicht soll an zwei Fragestellungen angeknüpft sein: Zum einen soll geprüft werden, ob bereits vorhandene Daten zur gesundheitlichen Situation in der Bevölkerung, wie etwa Krankenkassendaten oder Statistiken des Epidemiologischen Krebsregister Niedersachsen, Rückschlüsse auch auf Oker/Harlingerode erlauben. Zum anderen sollen Untersuchungsansätze für eigene Erhebungen diskutiert werden, die konkret auf mögliche Beschwerden und Erkrankungen abzielen, die im Zusammenhang mit den bisher bekannten Schwermetallbelastungen mit Cadmium und Blei stehen könnten. Untersuchungsansätze für mögliche Folgen anderer diskutierter Umweltbelastungen (beispielsweise Dioxin) werden zunächst nicht berücksichtigt, da es hier noch an belastbaren Ergebnissen über die tatsächliche langfristige Umweltbelastung in Oker/Harlingerode fehlt. Hierzu laufen derzeit weitere Messungen, etwa Luftuntersuchungen des Niedersächsischen Umweltministeriums. Falls sich dabei erhöhte Werte zeigen, könnte die nunmehr angefragte Machbarkeitsstudie nachträglich ergänzt werden.

Abschluss der Studie für Juli erwartet

Nach bisherigem Planungsstand wird der Abschluss der Machbarkeitsstudie für Anfang Juli erwartet. Im Anschluss daran kann mit der Vorbereitung und Planung der eigentlichen umweltmedizinischen Untersuchungen begonnen werden. Neben der Projektgruppe war auch ein Projektbeirat an der Konzeption der Fragestellung der Machbarkeitsstudie beteiligt. In seiner Sitzung am 27. März wurden die von der Projektgruppe vorgeschlagenen Fragestellungen beraten und diesen schließlich zugestimmt. Landrat Thomas Brych zeigt sich zufrieden mit dem nun erreichten Zwischenschritt: „Ein umweltmedizinisches Gutachten kann nur zu validen Aussagen kommen, wenn die Datenlage vorab genau überprüft wurde. Aus diesem Grund bin ich dem Landesgesundheitsamt sehr dankbar, dass sie uns mit der Erstellung einer Machbarkeitsstudie im Vorfeld des eigentlichen Gutachtens unterstützen. Das Thema möglicher Umweltbelastungen ist verständlicherweise hochsensibel und von Ängsten begleitet, deshalb ist es auch so wichtig, dass wir in dieser Sache vorankommen.“

Die Erstellung eines umweltmedizinischen Gutachtens geht auf einen Beschluss des Kreistages zurück, der im Dezember 2018 gefasst wurde. Landrat Thomas Brych wurde von der Politik beauftragt ein entsprechendes Gutachten erstellen zu lassen. Die Arbeiten dazu wurden im Januar dieses Jahr aufgenommen. Betraut mit der Begleitung der Gutachtenerstellung ist eine Projektgruppe, die zusätzlich von einem breit aufgestellten Projektbeirat unterstützt wird.

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