Logopädin Prof. Susan Langmore besucht Asklepios Kliniken

12. Juli 2019
v.l. : Dr. med. Randall Thomas, Leitender Arzt, Neurologische Frührehabilitatioder Schildautal-Kliniken, Prof. Dr. med. Rainer Dziewas, Leiter Schlaganfalleinheit, Klinik für Neurologie, Universitätskrankenhaus Münster, US-Expertin Prof. Susan E. Langmore, Sprachtherapeutin Sandra Hagen und Silke Fiedler, Logopädin. Foto: Asklepios Kliniken Schildautal
Seesen. Prominenter Besuch in Seesen: Die Sprachtherapeutin und Logopädin Prof. Susan Langmore aus den USA gilt als die „Päpstin“ der Schluckexperten und auf diesem Gebiet führende Expertin weltweit - fünf Tage lang hielt sie zwei Fachsymposien vor Ärzten und Therapeuten in den Asklepios Kliniken Schildautal. Dies teilen die Asklepios Kliniken Schildautal mit.

Die exklusive Lehrveranstaltung war ihr einziger Auftritt in Deutschland. Es ging um die „Flexible endoskopische Evaluation des Schluckens“ oder auch kurz „ FEES“ genannt, dies ist die wichtigste Methode zur Beurteilung von Schluckstörungen bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen. Gastgeber war die Abteilung für Neurologische Frührehabilitation der Schildautal-Kliniken. Susan Langmore vom Boston University Medical Center war die erste Wissenschaftlerin, die die FEES-Methode 1988 öffentlich beschrieb. Mit der FEES-Methode ist es möglich, den Schluckakt direkt anzuschauen, um so therapeutische Hilfestellung zu gewährleisten.

Zunehmendes Interesse an FEES-Methode

„Es ist sehr positiv zu erleben, wie FEES überall auf der Welt immer stärker angenommen wird, auch in Deutschland, und, dass so viele Ärzte hier zu den Symposien kamen“, resümierte Prof. Langmore. Sie stellt weltweit ein zunehmendes Interesse an der FEES-Methode fest, „das ist wunderbar“, sagte sie. Dr. med. Randall Thomas, Leitender Arzt der Neurologischen Frührehabilitation (NFR) der Asklepios Kliniken Schildautal, würdigte den Besuch der Top- Wissenschaftlerin und sagte: „Es war eine Ehre, dass Prof. Langmore die Symposien in Seesen abgehalten hat, die Teilnehmer waren sehr zufrieden. Die weltweite interdisziplinäre Zusammenarbeit ist sehr wichtig, um unsere Kliniken in diesem Bereich zu einem Center of Excellence fortzuentwickeln.“

Zeitnahe Diagnostik bei Schluckstörungen

Bei der FEES-Methode wird mit einem extrem dünnen Endoskop (Durchmesser: 2,9 bis 3,9 Millimeter) der Schluckakt durch die Nase unter Sicht beurteilt. Eine zeitnahe Diagnostik ist bei Schluckstörungen bei Patienten mit neurologischen Erkrankungen von großer Bedeutung, da ein gestörter Schluckakt schnell zu einer Lungenentzündung führen kann. Statistiken belegen, dass eine schwerwiegende Entzündung der Lunge die häufigste Todesursache nach einem akuten Schlaganfall darstellt. Gerade deswegen ist eine optimale Diagnostik und Therapie bei diesen Patienten eine wichtige Voraussetzung für die beste Versorgung von Schlaganfallpatienten.
Prof. Langmore: „Es ist ein Schicksalsschlag, wenn Patienten nach einem Schlaganfall oder nach einem langen Intensivaufenthalt nicht mehr schlucken zu können. Mit dieser Methode können wir unseren Patienten helfen, das sichere Schlucken wieder zu erlernen. Dafür sind sie häufig extrem dankbar.“

Jährlich 450 Untersuchungen von Schluckstörungen

Die Asklepios Kliniken Schildautal haben die Diagnostik und Therapie von Schluckstörungen bereits seit Jahren zu einer ihrer Hauptkompetenzen systematisch ausgebaut. Inzwischen sind vier zertifizierte Ausbilder in der Klinik tätig, es sind Sandra Hagen, Dipl.-Sprechwissenschaftlerin & Klinische Sprechwissenschaftlerin DBKS e.V., Dr. med. Joachim Gerhards, Dr. med. Randall Thomas sowie Silke Fiedler, Logopädin. Zusammen mit den Logopäden werden jährlich zirka 450 Untersuchungen dieser Art in den Kliniken Schildautal vorgenommen.
Schluckstörungen spielen bei Schlaganfällen und allen anderen neurologischen Erkrankungen eine wichtige Rolle. Die Asklepios Kliniken Schildautal sind spezialisiert auf die Behandlung von neurologischen Erkrankungen und verfügen über eine überregional zertifizierte Schlaganfall- Einheit („Stroke Unit“). Jeder zweite Patient weist eine Schluckstörung nach einem Schlaganfall auf, bei der der Transport von Speichel, Nahrung, Flüssigkeit, etc. von der Mundhöhle in den Magen gestört ist.

Zertifikat am Ende des Symposiums

Im ersten Symposium wurden 17 Teilnehmer in die Methode eingeweiht, im intensiven theoretischen Unterricht und mit praktischen Übungen. Am Ende erhielten alle Teilnehmer nach einer kleinen schriftlichen „Prüfung“ ein Zertifikat, das ihnen bescheinigt, dass sie über Grundkenntnisse dieser Methode verfügen. Nun müssen sie 60 Untersuchungen unter Supervision durchführen, um das vollständige Befähigung zu erhalten, FEES-Untersuchungen selbstständig durchzuführen.
Im zweiten Symposium war – neben Prof. Langmore – Co-Referent Prof. Rainer Dziewas, Leiter der Schlaganfalleinheit, Klinik für Neurologie, des Universitätskrankenhauses Münster. Prof. Dziewas ist ein ebenfalls ausgewiesener Experte auf dem Gebiet der Schluckstörungen und hat zahlreiche Studien zu diesem Thema veröffentlicht. Das zweite Symposium war als „Expertensymposium“ konzipiert und wurde zum ersten Mal in dieser Form in Deutschland durchgeführt. Die Untersuchung des Schluckaktes ist deswegen so wichtig, weil 50 Prozent von allen Patienten, die einen Schlaganfall erleiden, eine Schluckstörung entwickeln. Eine Lungenentzündung im Rahmen einer Schluckstörung gilt sogar als häufigste Todesursache nach Schlaganfall. Außerdem dürfen viele Patienten mit einer Schluckstörung nichts essen, das ist eine außerordentliche Beeinträchtigung der Lebensqualität.

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