Sanierung der Judenteiche gestartet

13. Oktober 2016 von
Sanierung der Judenteiche in den historischen Wallanlagen startet Entschlammung dauert rund sechs Wochen – Parkplätze und Fußweg gesperrt
Goslar. Seit Montag sind die Spezialisten für Gewässerreinigungen der Firma Vebiro bereits vor Ort und richteten die Baustelle ein. Am heutigen Donnerstag sind die Arbeiten zur Sanierung der Judenteiche mit der Vorreinigung durch amphibisches Gerät gestartet.

Die Vorreinigung bildet die erste Phase der Gewässerreinigung. Auf dem „Truxor 5000“ fährt ein Mitarbeiter über die Teiche und fischt mit einer Sammelharke vorerst Algen oder Geäst aus dem Wasser. Darauf folgt in einem nächsten Schritt das Abpumpen des Schlamms. Ebenfalls mit dem Schwimmbagger, statt der Sammelharke kommt aber eine Art Saugfräse zum Einsatz. Aufwendig wird das gesammelte Sediment vom Boden der Teiche über dicke Rohrleitungen zum Parkplatz am Zwinger befördert. Dort ist bereits schweres Gerät zur Entwässerung und Aufbereitung des „Sediment-Sand-Grobstoff-Gemisches“, oder kurz „Schlamm“, aufgebaut worden. Nach den Prozessen kommt ein fester Restschlamm aus der sogenannten Siebbandpresse, so dass dieser entsorgt oder weiterverwertet werden kann. Das ausgepresste Wasser wird einer Kläranlage zugeführt und dort aufbereitet.

 

Den Stinke-Teichen an den Kragen

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Rohrleitungen führen des entnommene Sediment zu den Aufbereitungsanlagen. Foto: Alec Pein

Nötig und überfällig ist die Maßnahme geworden, weil sich in den Gewässern der Wallanlagen im Jahr mehr Laub und ähnliches ansammelt als dessen Ökosysteme wegen zu geringer Sauerstoffzufuhr vertragen hatten. So gab es schon in den 90er Jahren von einer Universität begleitete Untersuchungen mit dem Ergebnis, Schwimmkörper auf den Teichen zu platzieren, die die Gewässer in Bewegung brachten und mit zusätzlichem Sauerstoff versorgten. Der Bodensatz konnte zwar deutlich reduziert werden. Von langer Dauer war der Erfolg aber nicht. Besonders im Sommer, wenn sich das Gewässer erwärmt, steigt ein fieser Schwefelgeruch auf. So auch bei den heutigen Arbeiten. Die nun stattfindende Gewässerreinigung ist der erste Schritt das Ökosystem der Gewässer wiederherzustellen. Darauf muss eine regelmäßige Versorgung mit sauerstoffreichem Wasser erfolgen. In Absprache mit dem Fachdienst Gewässerschutz liegt dafür bereits eine Vorlage zur Beratung in der kommenden Bauausschusssitzung vor. Das Frischwasser soll demnach unterirdisch durch die Kötherstraße zum Kahnteich geleitet werden und so die dauerhafte Versorgung sicherstellen. Der Kahnteich soll im kommenden Jahr ebenfalls Saniert werden. Synergieeffekte will die Stadt in der Kötherstraße nutzen: Diese steht ohnehin auf dem Sanierungsplan der Stadt. Im Zuge dieser Maßnahme könnte, so der Vorschlag der Verwaltung, gleich die Frischwasserleitung verlegt werden (regionalHeute.de berichtete). Zudem soll im Zuge der Neugestaltung der Wallanlagen das „Wallband“ den Rundgang um die Teiche und Wälle im Bereich der Kötherstraße optisch mit breiten Betonplatten verbinden.

 

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Ein „Tor“ zur Kötherstraße: Damit die Kötherstraße befahrbar bleibt, wurde durch die ausführende Firma eine Brücke für die dicken Rohrleitungen zum Abführen des Sediments errichtet.

 

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Auf dem gesperrten Parkplatz steht unter anderem eine Drucksiebpresse zum Entwässern und Pressen des entnommenen Sediments.

Parkplätze und Fußwege gesperrt

Anwohner können für die Dauer der Arbeiten nicht in der Kötherstraße oder dem Parkplatz am Zwinger parken, auf dem die Baufahrzeuge untergebracht wurden. Für Anwohner, die diese Flächen mit Bewohnerparkausweisen nutzen, stehen entsprechende Ausweichmöglichkeiten auf der Parkfläche Kaiserpfalz Süd zur Verfügung. Außerdem ist der Weg direkt an den Judenteichen gesperrt, der oberhalb gelegene Weg auf dem Bürgerwall bleibt passierbar.

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