Sieger im Architekturwettbewerb zum Kaiserpfalzquartier steht fest

29. August 2019
Von links: Kaspar Kraemer, Prof. Walter Ackers, seitens der TesCom Holger Holste und Anke Tessner-Schreyeck, Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk sowie von der städtischen Wirtschaftsförderung Dirk Becker und Rosemarie Walter freuen sich, dass eine einstimmige und damit eindeutige Juryentscheidung gefallen ist. Foto: Stadt Goslar
Goslar. Der endgültige Sieger im Architekturwettbewerb zur Gestaltung des Kaiserpfalzquartiers steht fest. Das Preisgericht hat sich in seiner Sitzung am Dienstagnachmittag einstimmig für den überarbeiteten Entwurf des Architekturbüros Nieto Sobejano entschieden, wie Oberbürgermeister Dr. Oliver Junk am Mittwoch bekannt gab. Über die Entscheidung berichtet die Stadt Goslar.

Im Mai habe sich die Jury zunächst auf zwei Sieger im hochbaulichen Wettbewerb festgelegt. Fünf Juroren haben damals für Nieto Sobejano, die andere Hälfte für den Konkurrenzentwurf von Auer Weber abgestimmt. Beide haben einen entscheidenden Punkt gemein: Hotel und Veranstaltungsräume brauchen Volumen, wie der Vorsitzende des Preisgerichtes, Kaspar Kraemer, erläuterte. Beide Architekturbüros hätten das Volumen herunter gebrochen, indem sie das Hotel in zwei Körper zerlegten. Alle anderen haben hingegen mit einem großen Hotelgebäude geplant. Prof. Walter Ackers vom Büro Ackers Partner Städtebau, das den Wettbewerb betreut, erklärte das Problem: „Das ist dann so groß, dass es der Kaiserpfalz Konkurrenz macht.“

Hotel darf Kaiserpfalz keine Konkurrenz machen

Die beiden Sieger aus der ersten Preisgerichtssitzung haben die Gelegenheit bekommen, ihre Entwürfe zu Hotel, Multifunktionshalle und Freiflächen zu überarbeiten. Die konzeptionellen Ansätze sollten geschärft und bei Kritikpunkten der Jury nachjustiert werden. Das Architekturbüro Nieto Sobejano habe die Anregungen der Jury laut Kraemer in einer „sensiblen, ruhigen und stillen Art“ umgesetzt. Eine Art Pavillon habe zunächst den Blick in Richtung Kaiserpfalz versperrt, die Stadthalle sei in den Hintergrund gerückt. Der Pavillon sei im überarbeiteten Entwurf weggefallen, dafür sei die Stadthalle erhöht worden. Ein weiterer wesentlicher Punkt sei die Öffnung des gesamten Ensembles. Dank einer Art gespiegelter Treppe sei es nun auch für die Öffentlichkeit durchquerbar. Besucher erreichen – parallel zur Hoteltreppe im Inneren – die obere Platzfläche, ohne allerdings durch das Gebäude zu müssen; laut Kraemer eine Einladung an die Bürger und ein Signal in die Stadt, dass es ein offenes Haus sei.

Leichter Zugang für die Öffentlichkeit

Der Entwurf von Nieto Sobejano setze, so der Vorsitzende des Preisgerichts, drei Volumina auf einen Sockel und schaffe damit witterungssichere Verbindungswege. Dass die Hotelgäste nicht erst das Stockwerk wechseln müssen, um in die andere Gebäudehälfte zu kommen, verschaffe dem Entwurf von Nieto Sobejano einen Vorteil gegenüber seinem Mitbewerber. „Das Funktionale war am Ende eindeutig“, sagte Kraemer. „Noch viel entscheidender ist aber die Einstellung zum Weltkulturerbe.“ Vor- und Innenhöfe schaffen demnach etwas Spanisches. Kraemer sprach von einer „stillen, vornehmen und edlen Haltung“. Die Jury sei schließlich der Meinung gewesen, das werde dem Welterbestatus am ehesten gerecht. „Nieto Sobejano hat sich bis zur Kontur hin mit dieser Vorgabe des Welterbes befasst.“ Und so sei das Votum einstimmig zugunsten der Spanier ausgefallen.

Quartier muss zum Weltkulturerbe passen

Im nächsten Schritt werde der überarbeitete Siegerentwurf den Bürgern vorgestellt. Am Dienstag, den 3. September erläutern die Prozessbeteiligten um die TesCom GmbH & Co. KG als Investor und Bauherr, das Büro Ackers Partner Städtebau, die Stadtverwaltung sowie das Preisgericht bei einer Bürgerinformation allen Interessierten den Plan von Nieto Sobejano. Außerdem werden das Verfahren, die Rahmenbedingungen des Architekturwettbewerbs, der Entwurf der Architekten Auer Weber sowie die Idee von Lederer und Staab erläutert, die sich in der Umfrage am Rand der Ausstellung im Goslarer Museum als Publikumsliebling herauskristallisiert habe, bei der Jury aber prompt durchgefallen wäre. Themen seien außerdem die Einbindung in das Weltkulturerbe und der Bezug zur Gestaltungsrichtlinie. Beginn ist um 19 Uhr im Lindenhof, Schützenallee 1.

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